Razorlight – Up All Night

von Hififi am 4. September 2005

in Musik!

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Da hat sich die Welt und vor allem die schreibende Zunft um die Libertines versammelt – und das obwohl deren letztes Todesröcheln längst verklungen ist – um ihnen zu huldigen, und vergisst dabei völlig die Londoner von Razorlight. So scheint doch ein guter Freundeskreis durchaus im Stande zu sein, mehr als eine herausragende Rock-Band zu produzieren.

Was man in Pete Dohertys Clique so erlebt, neben dem Musizieren, ist auch irgendwie klar, trotzdem scheint Johnny Borrell nebst ausschweifendem Drogenkonsum noch Zeit gefunden zu haben, eines der besten Retro-Alben aufzunehmen, die man seit langem zu Gehör bekommen hat. Auf „Up All Night“ befinden sich zwölf Songs, die sich durchaus den Vorwurf des Plagiats gefallen lassen müssen, aber so innovativ, melodiös kontern, dass man sie irgendwie symphatisch finden muss. Schon mit seinen „Rock ’n‘ Roll Lies“ punktet der junge Sänger und Gitarrist ganz ungeniert, serviert er sie doch in seiner schnodderigen unnachahmlichen Weise. Natürlich scheinen die Libertines manchmal durch, doch sind die kleinen Brüder durchaus eingängiger, Hitpotenzial scheint sogar mehr vorhanden zu sein. Mindestens die Hälfte der zwölf Songs wären als Single geeignet, allen voran der Titeltrack, was jeder bestätigen dürfte, der „Up All Night“ mehr als einmal gehört hat.

Als Vorbild muss in diesem Fall, mit den Doors und den Kinks eher die Hippie-Fraktion herhalten, was weniger erstaunt, als wenn Johnny Borrell, Elvis Costello ins Rennen schickt. Dessen Power auf „Punch The Clock“ hat er allerdings annektieren können.

Der Sound ist knackig frisch produziert, und ist am ehesten mit den Libertines vergleichbar, Schrebbelgitarren und fette Grooves ergänzen die Produktion und machen die Karre erst richtig flott und konkurrenzfähig.

Und wo die quietschenden Reifen am Anfang der Reise schon ausgeblieben sind, hoffe ich doch stark auf eine gute Endbeschleunigung.

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{ 2 Kommentare… read them below or add one }

1 RockinBen September 12, 2005 um 10:58 Uhr

Auch ich [I]liebe[/I] diese CD! Aber ein Kommentar zum Pop-Faktor der Band: Es gibt Tage da hasse ich den Track „Up all night“! Denn: Der Refrain wird teilweise mit einer unerträglichen BONO VOX-Attitüde gesungen!!! Achtet mal drauf, da ist mir teilweise zu viel U2 drin…

2 otic Dezember 9, 2005 um 15:14 Uhr

„da ist mir teilweise zu viel U2 drin…“
Pardon, aber das ist der größte Quatsch, den ich seit langem gelesen habe…

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