Razorlight – Slipway Fires

von Sterereo am 24. Februar 2009

in Musik!

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Jaja, das gute Image. Was will Razorlight-Vorsteher Johnny Borrell jetzt eigentlich sein? Auf der einen Seite gibt er seinem Bandbassisten Carl Dalemo bei einem Konzert kurzerhand eins auf die Mappe, dass die Split-Gerüchte hochkochen und auf der anderen Seite sitzt er dann brav vor jeder MTV-Werbeunterbrechung hochkonzentriert und fromm wie ein Konfirmand am Klavier.

Mag’ an der Libertines-Vergangenheit liegen. Dort ist sowieso alles paradox. Oder hat außer Kate Moss noch jemand verstanden, wie sie’s so lange mit dem Dirty-Pete aushalten konnte? Eben. Razorlight gibt’s jedenfalls auch nach der mittlerweile doppelt verjährten Bühnen-Keilerei noch. Seitdem hat sich einiges getan. Nach überwundener Schaffenskrise spielte Johnny mit seinen Jungs „Slipway Fires“ ein und brachte es bereits im November letzten Jahres in England heraus und stiftete Verunsicherung in der Fachpresse („Q Magazine“: 4/5, „NME“ 4/10). Kein Wunder „Slipway Fires“ ist ein durchwachsendes Album geworden. Die erste und zweite Single, direkt am Anfang postiert, sind echte Hits. Gerade „Wire To Wire“ mit seinem cleveren Piano-Teil eignet sich großartig als herzerweichenden Opener: „Love me/Where ever you are“. Fällt hier noch leicht, Berechnung bei einer solchen verkaufsfördernden Power-Ballade hin oder her. Auch „Hostage Of Love“ beschwingt sobald die Akustische einsetzt. Dagegen ist „Stinger“ wie ein ranziges Abziehbildchen. Wieder jodelt Johnny, doch diesmal zu uninspiriertem Gitarrentakt und zu viel Pathos. Vieles wirkt aufgesetzt, wie auch das rocken-wollende „Tabloid Lover“ mit Gitarren-Solo und Ohrwurm-Refrain. Sicher kein Kapitalverbrechen, aber um sich, wie mit dem Erstling „Up All Night“, vom bösen Indie-Mainstream abzusetzen dürfte es gerne etwas mehr sein. Oder weniger, wenn es um die Portion Pop geht, die vielleicht durch den erstaunlichen Erfolg des selbst betitelten (und tollen) Zweitwerks nachträglich in die Musik geträufelt ist.

Ist das jetzt nur schlecht, oder vielleicht sogar gut so? Liegt hier gerade der Reiz an Razorlight 2009? Endlich weg vom seltsamen Indie-Rock, hin zur Eingängigkeit? Schwer zu sagen. Nur eines ist sicher: An „Slipway Fires“ scheiden sich die Geister.

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