Proghma-C – Bar-do Travel

von Hififi am 26. Oktober 2009

in Musik!

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Alte Liebe rostet nicht, besagt ein altes Sprichwort. Stimmt zwar nicht, passt aber gerade ganz gut. Jetzt musste die alte Liebe zu Prog, Death und vor allem zum guten, alten Schwermetall in letzter Zeit weites gehend ohne mich auskommen, aber ein Comeback war nie ganz ausgeschlossen. Der Boss sendet mir also Proghma-C aus Polen, die gerne nach Tool klingen, aber weitaus brachialer zur Sache gehen, als es Maynard James Keenan nebst Anhang einfallen würde. So würde ich Tool eigentlich noch nicht einmal im Metal ansiedeln, aber da gehen die Meinungen begründeter Maßen auseinander. Die vier Polen sind auf jeden Fall Metal und mir fällt auch langsam wieder ein, weshalb ich irgendwann aufhören musste, diese Musik zu hören: Es ist einfach nicht gesund sich ständig anschreien zu lassen. Manchmal ganz befreiend, aggressionslösend, aber auf Dauer ungesund. Eine ganz frühe Lieblingsband hieß Morgoth aus Meschede und die haben 1993 mit „Odium“ ein Album veröffentlicht, an welches mich „Bar-do Travel“ erinnert. Morgoth kostete es die treue Anhängerschaft, denn auf einmal anders zu klingen, verwirrt die Langhaarigen oft. Zuviel Prog ist auf Dauer allerdings auch doof und nur weil die Songs (zu?) lang sind und einer singt, der andere brüllt (oder wie in diesem Fall einer beides übernimmt), ist das Endprodukt noch lange nicht gut. Aber eben auch besser als schlecht. Dass Piotr Gibner, Pawel Smakulski, Lukasz Kumanski und Michal Gooretzky im positiven Sinne einen „an der Pfanne haben“, beweist „So Be-live“ als Herzstück des Albums. An sechster Stelle bläst es uns als Instrumental-Industrial um die Ohren, weniger im Ministryschen Sinne, aber irre genug um zu begeistern. Ein Augenzwinkern zu vermuten, würde allerdings wohl zu weit führen. Letzter – und mit knapp neun Minuten noch nicht einmal längster – Song des Albums ist das Björk-Cover von „Army Of Me“. Da muss man erst einmal drauf kommen, ich habe es jedenfalls nicht sofort erkannt und große Begeisterungsstürme würde ich an Proghma-Cs Stelle nicht aus Island erwarten. Klingt das Cover doch weniger nach Björk, als nach Tool, womit wir uns wohl zufrieden geben können.

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