Powersolo – Bloodskinbones

von Pynchon am 28. Mai 2009

in Musik!

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Ein wenig mulmig kann einem schon werden, wenn man den Blick sachte schweifen lässt über das Cover des neuen Albums von Powersolo: Aha, das sind offensichtlich Krawallbrüder (es sind tatsächlich Brüder, und zwar die Dänen Atomic Child und Kim Kix- also offensichtlich von zwei verschiedenen Vätern…), die den Tag wohl nur unter Einfluss von starken Beruhigungsmitteln ohne Straftat hinter sich bringen und nach ihren Konzerten schon mal gerne Geiseln nehmen. Könnte man meinen, und die zart angedeutete Kastrationsszene in der Bildmontage stimmt mich nicht fröhlicher. Der mitgelieferte Pressetext stößt zumindest ins gleiche Horn (um metaphorisch im Bilde zu bleiben) und droht: „ein Dutzend Songs, die es nicht gut mit Euch meinen und Euch direkt an den Hals gehen.“ Aua!

Doch welch Überraschung! Mit dumpfem Metal-Krach habe ich gerechnet, und plötzlich werden die in provisorische Alarmbereitschaft versetzten Ohren von feinstem Indie-Rock und melodieverliebten Klängen umschmeichelt. „Busses“, so heißt das erste musikalische Highlight des Albums. Und auch im weiteren Verlauf werde ich mitnichten von Maschinengewehrartigen Schlagzeugattacken und heiserem Kriegsgeschrei belästigt, sondern sehe mich mit einer sympathischen Rockabilly-Combo konfrontiert, die facettenreiche Songs abliefert und dem Surfer-Rock der 60er Jahre sehr nahe steht: „Coco“ z.B. könnte auch gut auf jeder Nostalgieparty als originaler Oldie durchgehen, etwa als ein wiederentdecktes Werk der „Kinks“.

Anderes, wie „Gimme the Drugs“ oder „4-3-2-1“ erinnert mich in seiner gut gelaunten Verspieltheit an Bands wie „The Hives“ oder die Punk-Heroen „The Clash“, während „Canned Love“ – liegt es an mir oder geht das auch anderen so? – frappierend an die „B´52s“ gemahnt, und zwar „Rock Lobster“. Als Einwand könnte man jetzt bringen, dass es da wohl an Originalität fehlt, wenn die sich ständig nach anderen Bands anhören, aber das wäre doch ungerecht, denn erstens sind die Songs großenteils wirklich richtig gut komponiert, zweitens bedienen sie sich bei sehr guten Vorbildern, und drittens bin ich noch immer erleichtert, dass mir die Musik nicht an den Hals, sondern in die Beine gesprungen ist – und die wippen noch immer mit!

An dieser Stelle nochmal der Hinweis auf unsere Verlosung von Konzertkarten.

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{ 2 Kommentare… read them below or add one }

1 RockinBen Mai 28, 2009 um 12:55 Uhr

Zitat von Pynchon: [I](es sind tatsächlich Brüder, und zwar die Dänen Atomic Child und Kim Kix- also offensichtlich von zwei verschiedenen Vätern?)[/I]

was ein Kalauer! Ich habe mich köstlich amüsiert beim Lesen dieser Rezi! Aber das Cover ist wirklich abscheulich…

2 Hififi Mai 28, 2009 um 16:38 Uhr

Ja, der Gag ist ihm gelungen!

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