Povarovo – Tchernovik

von JonesKorn am 2. März 2012

in Musik!

Post image for Povarovo – Tchernovik

Was Povarovo auf „Tchernovik“ servieren, will in Ruhe studiert sein, keine Frage. Uns erwartet ein hochspannendes Gemisch aus Ambient und Dark Jazz, abgeschmeckt mit reichlich Experimentierfreude, Klassik und russischer Folklore.

Damit ist auch direkt die regionale Herkunft derer geklärt, die sich hinter den Pseudonymen „201“, „zhkt“, „<><" und "8449494" verbergen: Russland. Diese vier Pseudonyme lassen sich jedenfalls aus Facebook herauslesen, andernfalls finde ich nur drei, ohne "zhkt", aber kaum mehr Informationen als ein paar Bilder. Die musikalische Herkunft ergründet sich im Bohren & der Club Of Gore und den ebenfalls auf diesen Seiten bereits vorgestellten The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble (sowie deren düsterem Geschwister The Mount Fuji Doomjazz Corporation). Genug der Versuche einer Einordnung. Es wird Dark Jazz gespielt, aber eben nicht durchgängig. Das hat durchaus seine Reize, verstört aber auch schon mal etwas; bis man vielleicht den Titel liest, bei „Dumb And Short“ etwa, wo doch eingangs der Name Programm ist. Die Hauptstimmung des Langspielers ist aber düster-schwül, melancholiebenetzt, ruhig und intensiv. Die Begleitung einer unerträglich drückenden Sommernacht. Einige der Titel sind für meinen Geschmack zu kurz geraten, denn sie lassen nicht genügend Zeit, um sich vollends darauf einzulassen. Aber vielleicht ist auch genau das gewollt. Manchmal muss man nicht durchblicken, sondern einfach nur zuhören. Und das übt seinen eigenen Reiz aus, denn man ist trotzdem nicht vor dem Versuch gefeit, die Stücke erfassen zu wollen, sich ihren Sinn zu erschließen. Wer den oben erwähnten Referenzen zugeneigt ist, der freut sich hier über einen unverbrauchten Interpreten und gute Ideen.

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: