Porch – Signal To Noise

von Pynchon am 11. Mai 2011

in Musik!

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Seit einigen Wochen ist das Debütalbum des württembergischen Quartetts Porch raus, und man kann es getrost als im wahrsten Sinne “independent” bezeichnen. Selbst produziert und zudem mit feinem CD-Artwork versehen, ist „Signal To Noise“ insgesamt eine erstaunlich reife Sache geworden. Erstaunlich nur deshalb, weil sich viele Debüts nun mal nach bemühter Schulband-Mucke anhören. Porch legen hingegen eine mit acht Stücken recht kompakte Scheibe vor, die sich im beliebten Kosmos des Indie-Pops irgendwo zwischen New Wave und Brit-Pop bewegt, mit sparsam eingesetzten Synthies, gekonntem Gitarren-Geschrabbel und viel Gespür für Rhythmik und tanzbare Melodien.

Einen Song wie „Age (Command 2)“ könnten durchaus auch die Editors geschrieben haben, womit ich Porch natürlich keinen Gentleman-Diebstahl á la Guttenberg unterschieben möchte, sondern mich vielmehr darüber freue, dass sich auf einem Debüt so viele ausgefeilte, schön komponierte Songs finden. Die Stimme des Sängers Levin Stadler kommt etwas zurückhaltend rüber, transportiert aber eine Menge Stimmung und das Gefühl zerbrechlicher Melancholie, etwa im Opener „Neon Is Over Now“, das mit Harmonika-ähnlichen Klängen anhebt und schließlich unter energischem Drums-Einsatz zu einer flotten Rock-Nummer wird. Sehr fein auch „Please Feed Us“, das mit tollen Gitarren-Riffs besticht und durch den leicht entfremdenden Einsatz des Synthies einen originellen Touch bekommt.

Liebhaber von Bands wie den erwähnten Editors, aber auch den Arctic Monkeys oder New Order werden an Porch ihre Freude haben, auch wenn Verweise zu Referenz-Bands ja immer etwas zwiespältig sind. Ich traue den vier Debütanten durchaus zu, sich in Zukunft einen guten Namen in der Musikszene zu machen – soviel Talent sollte sich durchsetzen!

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