Polar Transmission – Tomorrow Would Be Fine

von am 11. September 2009

in Hausmusik

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Die Welt rotiert vom Osten Westfalens bis in den Süden Niedersachsens und zurück: Alexander Gleich entwirft Mit „Tomorrow Would Be Fine“ ein weißes Rauschen in Indierock. Minimalistisch aber substanziell zeichnete der Gitarrist vor, während und nach seinen Bandbeteiligungen an ce la’dor und Perfect Green seine eigenen Songskizzen, die er nun unter dem Namen Polar Transmission veröffentlicht. Es ist den sieben Beiträgen anzumerken, dass sie über einen Zeitraum von mehreren Jahren entstanden sind. Zum Teil handelt es sich um Fragmente und Zeugnisse intimer Sessions, denen trotz aller Variabilität eine Konzentration auf das Wesentliche gemein ist. Diese unaufdringliche Reduktion ist die große Stärke der Kollektion, die besonders im Kontrast zum hektischen Alltagsleben seine Wirkung entfaltet. „Breakup“ gleitet als einsames Statement in die folgende Viertelstunde aus verletzlicher Nachdenklichkeit, moderater Verbitterung und melancholischer Stille. „White Noise“ erscheint als vorsichtiger Versuch, gesprochene Lyrik mit Geräuschen zu verbinden. „It Never Ends“ steht als einziger echter Rocksong im Zentrum der Platte und präsentiert sich trotz aller Zurückhaltung beinahe als kleine Diva, die über den Rest hinausragen will. Bemerkenswert sind die Texte, die eine überdurchschnittliche poetische Tiefe besitzen, ohne allzu kitschig herüberzukommen. Mit „On Crimson“ beendet Gleich die Platte, wie er sie begonnen hat: Als stiller Beobachter einer Welt, die sich mit wahnwitzigen Tempo um sich selbst dreht. Einziger Kritikpunkt ist das gelegentlich recht konventionelle Arrangement der Tracks. Hier ließe sich durch mehr Mut zum Geräusch noch etwas mehr Tiefe erzeugen, ohne dabei etwas von der zurückgenommenen Grundstimmung einzubüßen. Aber „Polar Transmission“ ist ein sehr persönliches Dokument, das seine kleinen großen Augenblicke hat. “An der Stelle, wo es am Allerschönsten ist, da müsste die Platte springen, und du hörst immer nur diesen einen Moment” heißt es in Sebastian Schippers Film „Absolute Giganten“. Bei der nächsten Fahrt in der überfüllten S-Bahn könnte einer dieser Momente von „Tomorrow Would Be Fine“ stammen.

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