Polar for the Masses – Silence

von Pynchon am 8. Juni 2011

in Musik!

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Aus Vicenza kommt das Trio von Polar for the Masses, dessen vorletztes Album “Blended” in Italien zum inoffiziellen Indie-Album des Jahres gewählt wurde.

Gesungen wird übrigens nicht in der Heimatsprache, sondern auf Englisch, was natürlich auch zu der internationalen Ausrichtung der Musik passt. Von Italo-Rock will ich da gar nicht sprechen, Polar for the Masses könnten auch gut aus Seattle oder Yorkshire stammen, beispielsweise. Es dominieren routinierte Bassläufe, sparsam eingestreute Noise-Elemente, ein solide den Takt vorgebendes Schlagzeug und ein lakonischer, leicht unterkühlter Gesang. Klar strukturierte Songs, ohne Schnickschnack präsentiert, vielleicht etwas zu routiniert und folglich auch ohne nennenswerte Überraschungen, aber doch ordentliche Hausmannskost.

Wobei ich beim Problem wäre, wie man innerhalb eines abgenudelten und mehrfach für tot erklärten (so etwa von Friedrich Nietzsche) Genres wie der Rockmusik überhaupt noch für Überraschungen sorgen kann? Es hört sich halt zumeist nach einem Dutzend oder mehr Referenz-Bands an (hier musste ich etwa einige Male an die inzwischen aufgelösten White Stripes und ihren staubtrocken servierten Rock denken), die bereits erfolgreich den Pfad des Indie-Rocks beschritten haben und nun nicht mehr viel Platz zum innovativen Austoben übriglassen. Und da Polar for the Masses für mich auch nicht zu den Überfliegern gehören, reihen sie sich in das Feld der talentierten, aber letztlich nicht weiter aufsehenserregenden Bands ein, die zweifellos was können, aber ohne den entscheidenden Esprit, den Schuss Genialität oder die Unverwechselbarkeit einzubringen, um „Silence“ zum neuen Indie-Album des Jahres zu machen.

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