Placebo – Without You I´m Nothing

von Hififi am 3. März 2006

in Musik!

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Placebo haben mir ´99 mit diesem Album gezeigt, dass die Schrammel-Fraktion nicht so tot war, wie ich damals dachte. Nach zweijährigem Ausflug in elektronische Klangwelten, war „Without You I´m Nothing“ eine Art Heimkommen nach langer Wanderung. Gefunden, geliebt und für immer ins Herz geschlossen.

„A friend in need is a friend indeed/ But a friend with weed is better“ (“Pure Morning”). Diese Textzeile kennt jeder, der sich schon mal in einem halbwegs alternativem Club befunden hat, ein Schmunzler und der Beweis, dass auf diesem Album nicht alles so bierernst zu nehmen ist, wie es zuerst scheint. Das bei Titeln wie „Brick Shithouse“, „The Crawl“, oder dem Titeltrack allerdings nicht immer der absolute Frohsinn regiert, wird wiederum auch schnell deutlich.

Brian Molko hat nicht nur ein Meisterwerk erschaffen, er hat ein Drama (das hat er auch studiert) inszeniert und intoniert. Der Spannungsbogen wird bis zum zerreißen gespannt („Without You I´m Nothing“) und wieder gelockert [„Allergic (To Thoughts Of Mother Earth)“], nur um das ganze zu wiederholen. Selbst das totgedudelte „Every You Every Me“, fügt sich bestens in das Gesamtkonzept, welches nicht der klassischen Dramentheorie entspricht, sondern eher einer Berg-und-Talfahrt ähnelt, auf die Molko den Hörer schicken möchte. Der Grundtenor wiederum bleibt eher düster: „I’m unclean / A libertine / And every time you vent your spleen / I seem to lose my power of speech“, aus “Without You I´m Nothing” zeigt wohin es programmatisch gehen soll. “Without You I´m Nothing” ist gleichzeitig die Essenz des Albums, selten hat es ein Titeltrack so gut auf den Punkt gebracht: Verzweifelte lyrics, leidende Melodien und Molkos Gesang lässt auch keine Zweifel zu…

Dieses Album ist und war eine Art Schnittstelle zwischen verschiedenen Szenen; Auf der Tanzfläche treffen sich zu Placebo, nach wie vor Indie-Nerd und Gruft (oder wie auch immer die sich heutzutage nennen), Normalo und Punk. Schön zu sehen, gut zu wissen, dass es das noch gibt.

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