Pink Mountaintops – Outside Love

von Pynchon am 13. Mai 2009

in Musik!

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Aus British Columbia, genauer Vancouver, kommen die Pink Mountaintops um Sänger Stephen McBean, der wiederum Mitglied der Band Black Mountain ist. Auf „Outside Love“ schart er einige befreundete Musiker wie Sophie Trudeau von Black Emperor, Josh Stevenson von Jackie O Motherfucker oder Ashley Webber (Bonnie „Prince“ Billy“) um sich, allesamt mehr oder minder bekannte Namen der nordamerikanischen Indieszene. Im Gegensatz zu den breitbeinig rockigen Black Mountain stimmen die Pink Mountaintops auch softere Töne an, die von genreübergreifenden Einflüssen durchsetzt sind.

Das bittersüße Liebesduett zwischen Stephen McBean und Ashley Webber, der Opener „Axis: Thrones of Love“, gibt die Stimmung bereits vor: Leicht schwelgerisch und durchaus altmodisch, wird zum gemächlich voran tuckernden Rhythmus eines durch die weite Landschaft British Columbias fahrenden Güterzuges die Frage aufgeworfen: „How deep is your love?“ In „Execution“ gibt ein Drum-Computer den Takt vor, ansonsten ergänzen sich McBean und Webber mal wieder höchst balladesk. Überhaupt Ashley Webber, gesegnet mit einer durchdringenden Stimme, die der teils belanglosen Musik emotionale Tiefe verleiht, so in „While you were dreaming“, einem Song, der ansonsten für eingeschlafene Füße sorgen würde. „And if I could find your heart“, singt sie da, „I would pull it from your chest, and smash it with my fist, til it was beating“.

Leider schleicht sich gegen Mitte des Albums eine country-mäßige Behäbigkeit ein, die mir ziemlich gegen den Strich geht und an hinterwäldlerische Texas-Romantik gemahnt, die aus der Jukebox einer ländlichen Farmerkneipe säuselnd sicher Triumphe feiern wird. Während der Titelsong „Outside Love“ träge dahinmäandert, bringt „Holiday“ immerhin eine neue, etwas poppige Note mit rein. Ansonsten dominiert die Gemütlichkeit, traditionelle Lagerfeuer-Schunkelmusik wie in „Come down“, die man durchaus mögen kann – ich jedoch nicht. Ein echter Aufwecker, spät und nicht mehr für möglich gehalten, erklingt dann doch noch mit „The Gayest of Sunbeams“, in dem McBean plötzlich das Tempo deutlich anzieht und sich mit sonor dahinröhrender Stimme ein schönes Duell mit seinem weiblichen Gegenpart liefert – endlich mal ein launiges, enthusiastisches Stück Rockmusik, gemeinsam mit dem Opener „Axis: Thrones of Love“ der einzige Song, der mir wirklich gut gefällt. Der kann sogar außerhalb von Spießer-Kneipen bestehen!

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{ 2 Kommentare… read them below or add one }

1 RockinBen Oktober 5, 2009 um 23:09 Uhr

Je öfter ich dieses Album höre, desto mehr wächst dieses Stück Musik ans Herz. Nun ja, jetzt bin ich arm: zu viele Dimes in die Jukebox der ländlichen Farmerkneipe geschmissen…

2 Pynchon Oktober 7, 2009 um 16:24 Uhr

FRECHHEIT!

😉

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