Pieter Nooten – Here Is Why

von Hififi am 17. September 2010

in Musik!

Post image for Pieter Nooten – Here Is Why

Diese Musik hatte Mitte der 1990er Jahre einen leichten Peak und wurde immer schnell in Lounge- und Ambient-Schubladen gesteckt. Was ja selten als ein Vorwurf an die Musik selbst oder deren Erschaffer verstanden werden sollte, aber immer ein wenig der Hilflosigkeit der Schreiberlinge geschuldet blieb. Denn „Here Is Why“ bedient sich Sounds, die ich zuletzt auf Howie B’s „Music For Babies“ gehört habe, Ambient, in Ermangelung einer anderen Schublade. Nur handelt es sich bei diesen zwölf Songs nicht um Klangcollagen, sondern um perfekt inszenierte Reisen.

„Ease Away“ führt direkt zu einem der Urväter des Ambient: Mike Oldfield und seinem „Tubular Bells“, vielleicht setzt Nooten hier seinem Mentor ein Denkmal, wer weiß? Oldfield hatte also diesen Geistesblitz 1973 und dann folgte viel heiße Luft. Auf „Ease Away“ folgt „Darkened Haven“ gesungen von Susan Bauszat, und sofort scheint die Brillanz einer Beth Gibbons allgegenwärtig – die des selbstbetitelten „& Rustin Man“-Debüts – das sich so nahtlos in die Reihe der letzten Talk Talk-Alben einfügen lässt. „Fading“ führt sich mit einer Armada an Streichern ein, während Yvette Winklers verfremdete Stimme vom Cello begleitet dem Hörer Schwierigkeiten bereitet. Nur, weil soviel Schönheit zumeist im Indie-Kontext selten ist und Pieter Nooten einfach nur perfekte Arrangements einander reiht. Die wiederum so perfekt scheinen, dass keine Ecken und Kanten mehr stehen bleiben – Nooten Bach als seinen größten Einfluss angibt.

„Here Is Why ist die perfekte Symbiose aus Ambient-Spielereien und Bach-Sinfonien, welche nun bitte wirklich euer Gehör erreichen sollte. Und wenn ich ehrlich bin, ist es wieder „Music For Babies“, oder für Junggebliebene geworden. Meinen Nachwuchs würde ich jedenfalls ohne weiteres genau mit diesem Album beschallen.

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: