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  St. Vincent - Gebäude 9 Köln, 2.12.07
St. Vincent - Gebäude 9 Köln, 2.12.07
07.12.2007 von Ariane

St. Vincent, das ist die amerikanische Sängerin und Multi-Instrumentalistin Annie Clark. Am 02.12 stattete sie Köln ihren zweiten Besuch ab, ihren ersten im Gebäude 9. Vor einem Jahr bereits im Vorprogramm von Sufjan Stevens, hatte sie es sich an diesem Abend zur Aufgabe gemacht ihre Headliner Qualitäten unter Beweis zu stellen.

Eröffnet wurde der Abend von der englischen Band Windmill, die ihren schönen Piano Pop in einer 2er Besetzung vor einem Publikum von an diesem Abend vielleicht 50 Mann, sauber performten. Nach den ersten Songs wurde klar, dass hier mit der Vorgruppe ein toller Griff getan wurde. Windmill sorgten mit ihren zuckersüßen Melodien für gut gelauntes Mitschunkeln und bei den Ansagen für einiges Gelächter. So verpackte der Sänger in einem improvisierten Song seine erste Feststellung von Deutschland, „German cows are bigger than english ones – That is why Germans have bigger sausages – I wish I had a bigger sausage…“. Bei einem anderen Song sagte er noch an, es sei ein Fun-Song und um uns Spaß zu verdeutlichen erklärte er, „This is a fun song. You should feel fun. You know, when you hold fun in your hands it feels like a penguine that’s been dipped into sugar, or even honey“. Diese kreativen Ergüsse setzten sich auch bei anderen Songs fort, so warnte er vor einer Ballade, „ok, das ist jetzt ein etwas deprimierender Song, los seid deprimiert! Yeah, Depressionen!!!“. Nach diesem Schlachtruf und noch ein paar Songs waren Windmill nach ca. 30 Minuten auch fertig mit ihrem gut gelaunten, kurzweiligen Set und verließen die Bühne, allerdings nicht ohne noch klar zu stellen „My sausage isn’t really that small, I think it’s about average, a good average.“
Nach einer kurzen Pause ohne großen Umbau betraten dann Annie Clark und 3 Begleitmusiker die Bühne und ohne große Ansagen oder gar ein kurzes Hallo wurde gleich mit einem instrumentalen Intro losgelegt, das nahtlos in die erste „Single“ (zumindest gibt es ein Video dazu) „Jesus saves, I spend“ überging. Viel Zeit für Applaus blieb allerdings nach diesem Auftakt nicht, da direkt noch „Human Racing“ und dann „Marry Me“ angehängt wurden. Für „Marry Me“ schlich Annie schüchtern ans Piano und gab uns an diesem Abend eine träumerische Version des Liedes. Danach verließ Annie auch wieder das Piano um sich ihre Gitarre, an der sie sich sichtlich wohler fühlt, wieder um zu hängen. Zu diesem Zeitpunkt ist sie schon so kühn sich mit einem kurzen „Thank You“ für den Applaus zu bedanken.
Ab diesem Zeitpunkt taut sie auch sichtlich auf und man merkt ihr bei „Now Now“ auch den großen Spaß an, den sie auf der Bühne vor dem leider viel zu leeren Gebäude 9 hat. Sie verschmilzt stellenweise förmlich mit ihrer Gitarre. So geht „Now Now“ dann auch nahtlos in „All My Stars Are Aligned“ über, bei dem sie auch erstmals ihre großen Augen weit öffnet und das Publikum nun richtig wahr zu nehmen scheint. So verschönert sie „All My Stars Are Aligned“, dass auf dem Album eher ein durchschnittlicher Song ist, mit einer hingebungsvollen Gesangsbridge. Den Song beendet sie dann abrupt, aber so, als würde sie direkt weiter spielen wollen, weshalb mehrere lange Sekunden eine andächtige Stille im Publikum herrscht - als wolle niemand auch nur einen Ton verpassen. Als Annie lacht und sich für die längste Stille nach einem Lied bedankt, wird klar, dass sie es auch versteht mit ihrem Publikum zu spielen.
Fortgesetzt wird das Set nun mit „What Me Worry“, „Landmines“ einer harten Gitarrestampfenden Version von „Your Lips Are Red“ und einer ekstatischen Version von „Paris Is Burning“, dem vielleicht besten Song des Abends. Nach diesen 60 Minuten verlassen Annie und ihre Band das erste Mal die Bühne. Nach kurzer Zeit aber schon kehrt Annie allein auf die Bühne zurück. Einem Dankeschön für den schönen Abend folgt eine Anekdote über Coffee Shops in Rotterdam, wo sie am Abend zuvor gespielt hatte. Sie sei in Rotterdam in einen Coffee Shop gegangen und man nimmt ihr tatsächlich ab, dass sie erst einmal schockiert war, dass es dort keinen Kaffee gibt. Sie glaubt, dies sei auch der Grund für ihren verrückten Traum in der darauf folgenden Nacht, in dem sie Yoko Ono ein Geschenk machte. Sie hatte sich für einen Salat entschieden, in den sie Yokos Namen mit Gurken und so weiter schrieb. Sie legte uns noch nahe nicht in Coffe Shops zu gehen, weil man davon schlecht träume und spielte ihre erste Zugabe „These Days“.
Danach verließ sie wieder die Bühne um direkt wieder zu kehren um einen kleinen Rocksong zu spielen, in dem sie noch einmal ihre Leidenschaft für das Gitarre spielen unter Beweis stellte.
Nach 70 Minuten war dann das Set komplett beendet und die Besucher wurden mit dem Gefühl zurück gelassen, eine großartige Künstlerin und ich ganz persönlich mit dem Gefühl, eines der Konzerte des Jahres gesehen zu haben.

Setlist:

Jesus Saves I Spend
Human Racing
Marry Me
Now Now
All My Stars Are Aligned
What Me Worry
Landmines
Your Lips Are Red
Paris Is Burning

These Days (1. Zugabe)

All I Want Is You??? (2. Zugabe)

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