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  The Rakes - 06. Mai 2007 - Prime Club, Köln
The Rakes - 06. Mai 2007 - Prime Club, Köln
11.05.2007 von Ariane

Nach einer gefühlten Ewigkeit, die in Wirklichkeit nicht mehr als zwei Jahre betrug, hat sich die britische Band The Rakes endlich wieder einmal dazu entschlossen auch die Ohren der deutschen Fans zu beschallen.
Ihr zweites Album "Ten New Messages" ist gerade erschienen und so ist auch der Prime Club in Köln ausverkauft.
Eine halbe Stunde vor Einlass bildet sich auf dem schmalen Gehweg vor dem Club langsam aber sicher eine Schlange, Tickets werden schon mal aus den Taschen geholt, eine allgemeine Anspannung läßt sich spätestens dann nicht mehr leugnen, als jemand aus dem Club kommt und höflich fragt, ob man den Eingang bitte frei lassen könne.
Dank der Tatsache, dass The Rakes dem Hype den Franz Ferdinand, die Kaiser Chiefs und zu Teilen auch Maximo Park erleben mussten, ein wenig entgangen sind, findet man nur wenige wirklich junge Musikliebhaber im Publikum.
Das Durchschnittsalter liegt bei guten 23 oder 24 Jahren. Man fühlt sich ein wenig erleichtert bei diesem Anblick, der doch nun stark von dem des letzten Maximo Park Konzerts in Bochum abweicht. Hier und da die üblichen Verdächtigen die man bei Konzerten des Genres "Indie" hier in NRW immer anzutreffen scheint. Ein Fluch? Vielleicht. Von freudigen Begrüßungen fehlt allerdings jede Spur. Man erkennt sich, ist aber zu eitel um dies zu zugeben. Willkommen im snobbistischen Indie.
The Bishops trollen sich irgendwann auf die Bühne und beginnen ihr 40 minütiges Set.
Die Menge johlt und man merkt schnell, auch der Bewegungsdrang wird später am Abend nicht abflachen.
Eine Frage stellt sich nur: warum bekommt diese Band, die aussieht wie eine schlechte Version der Beatles und auch eher uninspirierten Ska-Indie spielt, eine solche Resonanz?
Gute 45 Minuten später wird die Hintergrundmusik herunter gedreht, das Licht wird ausgeschaltet und man sieht vier Figuren aus dem hinteren Bereich der Bühne auftauchen.
Ohne viel zu reden wird der erste Song angestimmt ("Terror").
Das Publikum tobt. 300 Menschen machen einen solchen Krach, dass auch Sänger Alan Donohoe sich ein Lachen zwischen den Zeilen nicht verkneifen kann.
Innerhalb kürzester Zeit heizt sich der Club dermaßen auf, dass einem schnell klar wird: trocken wird man den Abend über nicht bleiben.
Ein gutes Zeichen.
Die Energie auf der Bühne schwappt auf das Publikum über. Geht es besser? Kaum.
Die Debüt Single der Band "Retreat" wird als zweiter Song gespielt und wenn man zurück denkt, war es nicht mal das Highlight - obwohl wahrscheinlich jeder einzelne auf gerade diese Nummer gewartet hatte.
Songs wie "22 Grand Job" oder "Strasbourg" überragen "Retreat" live um einiges.
Die Set List ist eine gute Mischung aus beiden veröffentlichten Alben und eigentlich, eigentlich merkt man den neuen Songs live noch nicht mal an wie neu sie wirklich sind. Was nichts schlechtes bedeutet.
The Rakes schaffen es in einer knappen Stunde Spielzeit alles aus sich und den 300 begeisterten Menschen heraus zu holen.
Die recht spastisch anmutenden Tanzbewegungen des Sängers werden bereitwillig vom Publikum aufgegriffen, man ist sich stellenweise nicht ganz sicher, ob das, was da auf einen herunter tropft, der fliegende Schweiß des Herren neben einem mit langen Haaren ist, oder vielleicht Bier oder etwas anderes, worüber man vielleicht auch besser nicht nachdenken mag.
Die Band bekommt nach der Ankündigung "this is our last song of the main set" ihr wohlverdientes "noooooo" und kommt nach wenigen Minuten zurück auf die Bühne für eine Zugabe.
Ein seltener Anblick jedoch und rührend gleichermaßen. so kehren die einzelnen Bandmitglieder jeweils mit einem Bund roter Rosen von hinter der Bühne zurück und verteilen sie im Publikum.
Eine Geste, die bei den Glücklichen in den ersten Reihen niemals endende Liebe zur Folge haben dürfte. Man gönnt es der Band, die sichtlichen Spaß daran hat zu versuchen, den Prime Club zu sprengen.
Der wirklich letzte Song des Sets "The World Was A Mess" zieht sich einige Zeit über seine normale Spiellänge hinaus, man hat den Eindruck, nicht nur das Publikum will mehr, nein, auch die Band.
Material für eine weitere halbe Stunde, wenn nicht länger, wäre durchaus vorhanden gewesen wenn man bedenkt, dass The Rakes eine der wenigen Bands heutzutage sind, die B-Seiten produziert, die genauso gut Singles sein könnten.


Set List:
Terror, Retreat, We Danced Together, We Are All Animals, Down With The Moonlight, When Tom Cruz Wanks, Binary Love, Dark Clouds, All Too Human, Suspicious Eyes, 22 Grand Job, Violent, Trouble, Strasbourg
ENOCRE: Little Superstitions, Work Work Work, Open Book, The World Was A Mess


(photos by aatsPhotography)

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