Zwischen Coldplay und Travis tritt eine neue feste Größe im „Grübel-Pop“. Das Klavier ist die neue Gitarre und live verzichtet der Dreier aus dem UK sogar auf den Bass. Reduktion ist zumindest in der Schwergewichts-Klasse guter Musik ein Novum.
„Somewhere Only We Know“ ist eine Hymne. Eine Hymne, die sich noch nicht einmal hinter U2 oder den Manic Street Preachers verstecken muss. Mit einer Hymne wie dieser im Gepäck ist alles möglich! „Everybody´s Changing“ und „She Has No Time“ schlagen in die gleiche Kerbe, allerdings nichts wiederholt, alles frisch, alles gut. „Bedshaped“ lädt zum träumen ein, ist nicht zu traurig und nicht zu nachdenklich, um es mit der Angebeteten zu hören. Sowieso alles Frauenmusik könnte man(n) denken: Was – wenn es so was tatsächlich gäbe – nur bedeutet, dass Frauen die besseren Musikkenner sind. Diese Musik muss Gefühle zeigen, muss polarisieren, denn so ergeht es guter Musik immer. Missverstanden und schlimmstenfalls boykottiert, einer eingeschworenen Gemeinde zugänglich.
Gut das es Coldplay gibt! In diesem Fahrwasser werden wohl einige wunderbare Bands mitschwimmen können, und Altmeister bekommen ihre längst fällige Hommage.
Einziger Nachteil? Die Halbwertzeit; der Zauber ist verflogen und man braucht Nachschub.