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  Egotronic - Ausflug mit Freunden
Egotronic - Ausflug mit Freunden
11.05.2010 von Hififi

Um Egotronic, dem Label Audiolith und der „Anti-German Youth“ gerecht zu werden, bedürfte es eigentlich erst einem adäquaten soziologischen Diskurs über Protestbewegungen und dem einhergehenden musikalischen Rückzug der Jugendbewegung in eine Art Bunker der Andersartigkeit. Innerhalb von Schutzmauern aus Vier/Viertel-Rhythmik, Atari-Sounds und Versen wie Kanonenschüsse entwerfen Egotronic ihren eigenen, autarken Gegenentwurf zum Wohlklang, immerhin ein stückweit weniger stumpfsinnig deichkindisch. Immer gleich kindisch dann „Das Leben ist tödlich“, bitte nicht! Was den Reiz nun wirklich an der immer gleichen Rhythmik und dem vergleichsweise dilettantisch vorgetragenem Einsatz von Instrumenten aus macht, lässt sich nur erahnen. Mir persönlich gefällt die Ignoranz gegenüber musikalischen Standards, dem Gesellschaftsbild populärer Musik entgegenwirkend, aber die Bereitschaft zum gesellschaftlichen Ungehorsam ist mir sympathisch. Wohin es führen soll, lässt „Ausflug mit Freunden“ offen, was ebenfalls einerseits nachvollziehbar scheint, da der Hörer mündig bleiben soll. Allerdings interessiert es mich sehr, wohin diese Art dieser „Wiederstands-Lyrik“ eigentlich führen kann. Musikalisch ist „Ausflug mit Freunden“ nun einmal nicht gerade eine Offenbarung.

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