Pg.Lost – In Never Out

von Benjamin am 4. Januar 2010

in Musik!

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Das Spring Reverb (vielleicht der Holy Grail?), die bollernden klimaktisierenden Drums, die chörenden Synthies, der Ausbruch und die den tiefen Bassfrequenzen entgegengesetzten prestissimo-Gitarren sind die Zutaten auch auf diesem Post-Rock-Album. Natürlich, Pg.Lost machen das Ganze sehr gut, keine Frage. „In Never Out“ reiht sich mühelos in Klassiker wie „Those who tell the truth…“ von Explosions In The Sky ein. Die Frage, die sich hierbei stellt ist immer wieder dieselbe: was können uns die Instrumente für Geschichten erzählen und wie tun sie das? Den Unterschied muss man hier im Detail machen: wie laut oder wie leise ist das eine oder andere Instrument, wie lange und welche Melodie spielt die Gitarre, der Bass? Auch: mische ich das Album so ab, dass der klassischen Vormachtstellung der Gitarre Rechnung getragen wird und der Bass z.B. nur eine untergeordnete Rolle spielt? Meines Erachtens haben sichh Pg.Lost auf ihrem neuen Album die meiste Zeit darüber zu wenig Gedanken gemacht. Einzig „Crystalline“ scheint hier von der Dramaturgie und der Rhetorik her (um die obigen Fragen mal mit zwei der Kunstofrm fremden Worten zusammenzufassen) herauszustechen. Das ein oder andere Element in diesem Lied ist nicht vorhersehbar, ein erwarteter Klimax wird nicht bedient, diesem oder jenem Bass- oder Gitarrenlauf wird mehr Raum zugestanden und der Rhythmus bollert nicht sondern fundiert. Diese Kleinigkeiten machen das Lied für einen Instrumental-Rock-Song interessant. Sie machen es deshalb interessant, weil durch die Verschiebung und Nichterfüllung von Erwartungshaltung eine Unterscheidung gemacht wird, die eine Veränderung markiert und somit Aufmerksamkeit auf sich zieht. Alles andere weht zu sehr am Ohr vorbei, wie Instrumental-Rock das häufiger mal so tut mit seiner Schwere und seinem Pathos.

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