Periscope – EP

von Pynchon am 23. Juli 2009

in Musik!

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Die vierköpfige kölnische Band Periscope mit dem inflationär gehypten Label „Newcomer“ zu belegen, zielt sicher nicht an der Wahrheit vorbei, denn die fünf Kompositionen umspannende EP ist ja erstens tatsächlich ein Debüt und zweitens allemal gelungen genug, um darin ein Versprechen zu sehen, das Genre des Indie-Pops mit frischen Einflüssen zu bereichern.

„Beating the neighbours kid“ eröffnet das Mini-Album schon mal mit verspielt-ambitionierter Gitarrenmusik, die etwas melancholisch anhebt, um dann mit Unterstützung von Schlagzeug und Piano einige überraschende Tempo- und Rhythmuswechsel hinzulegen. Es mag weit hergeholt zu sein, aber der hymnisch-prägnante Gesang erinnert mich irgendwie an Frank Black in dem Pixies-Klassiker „Where is my mind?“. Im zweiten, unbetitelten Stück übernimmt ein anderer Sänger das Kommando und bemüht sich hörbar, der etwas gehetzt dahingaloppierenden Musik einigermaßen hinterher zu kommen. Insgesamt sicher nicht so gut gelungen, weil zu sehr bemüht und auch etwas schief klingend, wirkt das noch unfertig, auch wenn der Mut zu Tempowechseln und eingestreuten Pianopassagen mir Respekt abverlangt. In Stück zwei steckt vielleicht ein besserer Song, der gerne, nach nochmaliger Überarbeitung, befreit werden möchte.

Periscope servieren keinen Fast Food, sondern – sorry für den etwas platten Vergleich – eine musikalische Variante von „Das perfekte Dinner“, vielleicht ein bisschen optimistisch gewürzt hier und da, aber doch engagiert und wohlmundig.

Da ich in letzter Zeit auch schon von dilettantischen Keyboard-Klängen genervt wurde, sei das Instrument nun, vor allem wie es die Band in der zweiten Hälfte des Songs „Outlaw Gang“ einsetzt, ausdrücklich rehabilitiert.

Periscope bauen auf ausgefeilte Melodien, denen man anhört, dass eine Menge Tüftelarbeit drin steckt, und in den meisten Fällen geht das auch sehr gut auf. Auch wenn der Gesang bisweilen etwas blass wirkt im Kontrast zur dominant auftrumpfenden Musik, sollte man die Band im Auge behalten – da steckt Potential drin.

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