Peggy Sue – Fossils And Other Phantoms

von Pynchon am 27. April 2010

in Musik!

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Dafür, dass “Fossils And Other Phantoms” ein Debüt ist und Peggy Sue gewissermaßen eine jungfräuliche Newcomer-Band aus England, waren doch erstaunlich namhafte Künstler an der Aufnahme des Albums beteiligt, unter anderem Alex Newport von Two Gallants, John Askew von den Dodos und Ben Lovett von Mumford & Sons. Kein Wunder, Peggy Sue haben in den vergangenen zwei Jahren bereits einige rasch ausverkaufte EP’s auf den Markt gebracht und diverse gefeierte Gigs gegeben – das hat offensichtlich Lust auf das erste richtige Album gemacht.

Et voilá, die dreiköpfige Combo, bestehend aus zwei Singer-Songwriterinnen und einem Drummer, überzeugt mit eigenständigen Kompositionen und prägnant-ausdrucksstarkem Gesang, oftmals im Duett vorgetragen. Genremäßig kann man das wohl ganz treffend als Indie-Pop bezeichnen, der einerseits eingängig genug ist, um seine Zuhörer in den Bann zu schlagen, andererseits aber doch zu experimentierfreudig und auch ein wenig geheimnisvoll, um zur Massenware verkommen zu können. Vor den erprobten Songwritern der Dodos oder auch Mumford & Suns brauchen sich Peggy Sue sicher nicht zu verstecken – auch wenn ihre Musik sich ohnehin von den rockigeren Dodos und dem Mumford-Folk deutlich unterscheidet.

Die Songs fangen oft ganz sachte an, lediglich ein zweistimmiger Gesang, eindringlich und intim wie ein Rendezvous in einem netten Insider-Club, begleitet von gezupften Gitarren-Klängen, bevor das Schlagzeug einsetzt und das Tempo gehörig anzieht. So entwickelt sich der Opener „Long Division Blues“ vom irreführend bluesigen Beginn zu einem schwungvollen Hüftschwinger, ebenso variantenreich wie das anfangs fragile „I Read It In The Paper“, das unter aufheulenden Gitarren, perfekt abgestimmten, hymnischem Gesang in eine flotte Pop-Nummer transformiert. Überhaupt haben Peggy Sue ein hervorragendes Gespür für die Rhythmik ihrer Stücke. „Yo Mama“ galoppiert wie ein Wildwest-Gaul durch die Steppe, begleitet von einem Akkordeon und aneinander geschlagenen Drum-Sticks.

Dazwischen auch mal eine sehr reduzierte Nummer wie „Green Grow The Rushes“, in der die beiden Damen am Mikro eindrucksvoll zeigen, dass sie allein mit ihrem Gesang ein Stück tragen können, oder auch das tolle „Careless Talk Costs Live“, das in seiner melancholischen Intensität (aber nicht unbedingt in punkto des Gesangs) ein wenig an PJ Harvey erinnert. Ein sehr feines Album ist das!

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