Pearly Gate Music – Pearly Gate Music

von am 19. Mai 2010

in Musik!

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My little brother just discovered Noise and Folk: Der Rummel um Zach Tillman wäre sicher ein geringerer, wäre er nicht der kleine Bruder von Josh, der im letzten Jahr mit seinem Kollektiv für Furore im Indierocksektor sorgte. Der Druck, der auf einem lastet, wenn ältere Geschwister bereits Größeres vollbracht haben, ist bekanntermaßen ernorm, daher versuchen wir mal ein Review, ohne näher auf das F-Wort (Jetzt aber los!) einzugehen. Aber auch Zach war bisher musikalisch nicht untätig, hat er doch schon in diversen Bands mitgewirkt. „Pearly Gates Music“ ist aber sein erstes Soloalbum unter diesem Namen und klingt alles andere als nach großer Band, sondern eher nach einem allein in der Wohnung aufgenommenen, kleinen Stück Musik, das ohne Effekthascherei und Geltungsdrang auskommt, aber in seiner Kleinteiligkeit dennoch viel zu bieten hat. Die Wirkung entsteht aus der Reduziertheit heraus. „‘Golden Funeral‘ ist das Flaggschiff des Albums“, erklärt Zach und deutet damit in die Richtung, in die auch die nachfolgenden acht Songs gehen werden. „Big Escape“ schlägt allerdings noch einmal einen Haken und täuscht so etwas wie Aufsässigkeit an: Man stelle sich „I Am The Resurrection“ von den Stone Roses als abgenagte, leicht psychedelische Folk-Solonummer vor, die sich im letzten Drittel nicht im Big-Beat-Funk verausgabt, sondern in zischenden Feedbacks langsam untergeht. Anschließend geht’s wieder ins einsame Schlafzimmer, in dem der Fernseher tonlos vor sich hinflimmert und damit die begleitende Lightshow für bittersüße Lo-Folk-Nichtigkeiten liefert. Diese Grundstimmung bleibt dann auch und macht „Pearly Gates Music“ zu einem kleinen, stumpfen Edelstein, der bei richtiger Lichteinstrahlung hell zu funkeln beginnt.

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