Paul Smith – Margins

von Pynchon am 14. Oktober 2010

in Musik!

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Paul Smith, Sänger der Indie-Rockband Maximo Park, legt mit „Margins“ eine Sammlung intimer Kompositionen vor, die seiner Aussage nach nicht so gut zur Hausband gepasst hätten und deshalb nun als Soloprojekt veröffentlicht werden.

Bedenkt man den eher auf temporeichen Rock ausgerichteten Maximo Park-Sound, kann man Paul Smiths Bedenken ganz gut nachvollziehen, auch wenn es im Band-Oeuvre ja auch intime kleine Juwelen wie das meisterhafte „Sunblasted And Set Free“ gibt, nur um einen der eher ruhigeren Songs herauszupicken. Wie dem auch sei, Paul Smith beglückt uns in seinem Solo-Debüt mit gedankenvollen, zart melancholisch angehauchten Klängen, die ich mir selbstredend weniger in den großen Stadien als in kleinen, mit Kerzenschein ausgeleuchteten Clubs vorstellen kann. Songs, die sich langsam entblättern wie eine geheimnisvolle, in diverse erlesene Stoffe gekleidete Edel-Kurtisane: persönlich, besonders, bisweilen auch exotisch, und dabei immer faszinierend und verheißungsvoll. „I Wonder If“ ist eine dieser süßen Versuchungen, in denen uns Paul Smiths Stimme, in einem Hall-Effekt hinfort getragen, ganz nahe kommt, von sparsamen Gitarrenklängen begleitet, während im Hintergrund sachte ein Chor anhebt. Klingt sehr spannend und auf betörende Art fremd. So reizvoll unnahbar sich manches beim ersten Hören gebärdet, gibt es auch geradlinigere Popmusik wie etwa „Our Lady Of Lourdes“ oder der eingängige Opener „North Atlantic Drift“, die sich ohne große Widerstände den geneigten Hörern hingeben. Man kann übrigens sofort nachvollziehen, dass „Margins“ in Smiths heimischen Gemächern, und nicht etwa in einem unpersönlichen Studio aufgenommen wurde. Auch die Schauplätze der Songtexte sind intim: „I Drew You Sleeping“, eine verführerisch-bezwingende Midtempo-Nummer, erzählt von einer romantischen Begegnung in einer Bed & Breakfast-Pension in Brighton, während „While You’re In The Bath“, eine musikalische Streicheleinlage, überhaupt wie das ganze Album an einem kuscheligen Ort gehört werden sollte.

Ergänzend zu diesem Album plant Paul Smith übrigens auch die Veröffentlichung eines Buches mit eigenen Fotografien, das „Thinking In Pictures“ heißen soll.

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1 Pynchon November 8, 2010 um 11:46 Uhr

Das ist übrigens auch mal ein schönes Cover!

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