Patrick Wolf – Wind In The Wires

von Hififi am 16. September 2005

in Musik!

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„Wind In The Wires“ schickt seinen Hörer auf eine lange Reise, auf die sich schon Eichendorffs Taugenichts begeben hat. Der junge Protagonist wandert durch Caspar David Friedrichs Lebenswerk, um am Ende seiner Reise dem Wolfsjungen zu begegnen, der ihn erst auf die Reise geschickt hat. Ein romantisches Wunder der modernen Liedermacherkunst.

Gewandert wird allerdings nicht in Italien sondern in Südenglands Küstenregion. Mitgenommen hat der Held seine Ukulele und denkt daran sesshaft zu werden. „I see a small house/ built on the sea/ I could live there alone/ with a horse and a ukulele“. Aber der Gedanke ist nur von kurzer Dauer und er kehrt Cornwall den Rücken („The Gypsy King“). Manchmal genügt ihm seine Ukulele („The Shadow Sea“), manchmal bedarf es eines ausgiebigeren Instrumentariums wie in „The Libertine“, wo sich zu gewohnten Klängen, elektronische Beats mit unterstützendem Hufgetrappel gesellen, plus Violinen und Akkordeon.

Lookalike Connor Oberst könnte stolz auf unseren Protagonisten sein, so verbindet sie die gleiche kompromisslose Herangehensweise; das Übertreten von musikalischen Konventionen, denn erlaubt ist was klingt. Aphex Twin-Beats treffen in „Jacobs Ladder“ auf fast klassische Klavier-Harmonien und vereinen sich in einem mystischen Chor. Eine Ikone von Song, stellvertretend für das ganze Album und doch einzigartig, wie jedes Lied seinen eigenen Kosmos bildet. Und wenn die Reise beendet ist, ist es auch das Land („Land´s End“), genau wie das Album.

„Wind In The Wires“ umgibt ein Geheimnis, welches es zu erkunden gilt. Aber es braucht Geduld und Phantasie. Es lohnt sich allemal.

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