Patrick Watson and the Wooden Arms – Wooden Arms

von Hififi am 15. Mai 2009

in Musik!

Post image for Patrick Watson and the Wooden Arms – Wooden Arms

In diesem Singer/ Songwriter-Genre gibt es offensichtlich nur zwei Möglichkeiten sich hervor zu tun, damit das neue Werk bei Fans und Kritik zugleich zustimmende Beachtung findet: Totale Reduktion, oder ein möglichst breites Spektrum an Instrumenten und Einflüssen. Während beispielsweise zuletzt Antony And The Johnsons erstere Variante wählten, versuchen sich Patrick Watson and the Wooden Arms an diesseitigen Sounds, wie sie Andrew Bird seit einiger Zeit kultiviert hat.

Wo wir schon beim musikalischen Vergleich wären, denn stimmlich ist eine gewisse Verwandtschaft zu Antony Hagerty nicht von der Hand zu weisen, die instrumentale Bandbreite entspricht allerdings einem Tausendsassa wie Andrew Bird. Dass dabei alle drei auf beängstigend hohem Niveau musizieren, ist schon lange kein Geheimnis mehr und so scheint es nur noch eine Frage des Geschmacks. „Wooden Arms“ ist dabei sicherlich nicht der weite Wurf geworden, wie es „Close To Paradise“ von 2006 verhieß, so gibt es beispielsweise kein „The Great Escape“ unter den elf neuen Songs dieses Albums. Dafür gab es schrecklich viel Lob in den letzten Jahren für den Kanadier und folglich wäre es ja eine Möglichkeit, mit den Erwartungen brechen zu wollen, ein wenig Ruhe einkehren zu lassen und sich ein wenig im mittlerweile übergroßen Schatten eines Antony Hagerty’s aus zu ruhen. Kein Kammerspiel mehr in diesen Zeiten, dafür obskure Klanglandschaften, wie sie Andrew Bird zuletzt auf „Noble Beast“ wieder andeutete, sie aber dann doch meist zu veritablen Kleinoden drehte. Patrick Watson wiederum verweist an so viele verschieden Stile, dass es schwer fällt, sie zu fassen und ihm, wenn er sein erstaunliches Organ zum besten gibt, durch die ganzen Melodien, die wild durch die Gegend flirren, zu folgen. Ein kleiner Irrgarten, den er und seine Mitstreiter angelegt haben und der vielleicht in dieser Ausgeprägtheit nicht unbedingt hätte sein müssen.

Auch nach häufigerem Hören dieses Albums erschließt sich dem Hörer kaum ein roter Faden und so bleibt ihm eigentlich nur die Möglichkeit, es sich durch mühsame Kleinarbeit zusammenzubasteln und darauf zu hoffen, dass irgendwann der Aha-Effekt einsetzt. Hiermit also der Appell an euer Durchhaltevermögen.

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: