Oxford Collapse – Magnet Club, Berlin 31.01.09

von am 3. Februar 2009

in Feierlichkeiten

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Was sich um Punkt Neun so anhört wie die neue Band von Sinbus Records ist in Wirklichkeit eine Band vom Altin Village Label. „Radio Burroughs“ kommen also aus Berlin, sind aber bei einem Leipziger Label. Die Sängerin kann nicht so richtig singen, was aber im Prinzip nichts macht, da die Musik im Ganzen mit der Stimme irgendwie funktioniert. Es ist nicht voll und offensichtlich werden nicht viele Leute erwartet, denn die Seitengänge, die sonst meist noch etwas Raum bieten, sind mit schwarzem Stoff verhangen. Die wenigen Menschen im Magnet Club werden freundlich nach vorn gebeten und sie bewegen sich gehorsam zur Bühne. Es sind größten Teils Bekannte und Freunde. Sängerin Janett sagt vorbildlich die Songtitel an, bevor sie erklingen und singt konzentriert mit geschlossenen Augen. Im Hintergrund passiert nicht viel. Die Bandmitglieder zaubern schöne, unerwartete Klänge, bleiben jedoch an ihren Plätzen stehen. Vermutlich sind sie zu sehr in die Musik vertieft. Ihren myspace sollte man trotzdem unbedingt mal ersuchen.

Kurz darauf betritt das komplette Gegenteil die Bühne.

„Ey, Man! Lass ma ne Band starten. Mein Dad ist fast nie zu Hause und wir können bei mir in der Garage proben!“

„Cool! Lass machen!“ So stellt man sich das erste Treffen, der drei Amerikaner vor. High School is Scheiße, aber 90er Indie-Rock bringt’s. Harmonie gegen Schreigesang. Das findet man nur auf Sub Pop. Ein Label, auf welches man sich immer verlassen kann, wenn man neue gute Indie-Musik genießen möchte. Wer die Musik von „Oxford Collapse“ aus Brooklyn (New York) bereits auf CD gehört hat, weiß, dass diese Band ihre Probleme gerne ausschreit. Allerdings nicht auf die Heavy Metal oder Emo Art, sondern auf die feine Indie Art. Auf der Bühne geht’s los und ab. Die drei jungen Männer rocken, springen auf der Bühne umher und spielen auf Knien. Ein Song jagt den nächsten und das Publikum zappelt fleißig mit. Diese Band schafft es, den Ausraster in uns zu erwecken und in Tanz umzuwandeln. Ein bisschen „Electric Arc“ und ein wenig „The Birthday Wars“ sowie „Young Love Delivers“ vom neuen und dritten Album „Bits“ und die Menge tobt. Doch auch ältere Songs werden gespielt. Die Mischung ist gut, die Stimmung ist gut. Die Band witzelt ein wenig herum und schon geht’s weiter mit melodischem Krach. Man kann eigentlich nicht viel mehr zum Konzert sagen, da es schlicht und ergreifend gut, schnell und laut war, also alles was ein echtes Rock-Konzert ausmacht. Eine Zugabe, bestehend aus 4 Songs gibt es sogar. „Das machen wir nie in den Staaten. Nicht, weil man es dort nie macht, sondern weil keiner danach fragt!“ Sänger Michael Pace holt noch mal aus und … spielt ein Cranberries, ja Cranberries Cover („Salvation“). Abschließend bedankt er sich noch einmal und würde sich freuen, mit dem ein oder anderen noch ein bisschen abzuhängen. Lockere Typen, die lockere Musik machen.

Nur warum verkauft die Band T-Shirts, auf denen sich eine Karikatur von Aerosmith befindet?

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