Open Source – Galopprennbahn, Düsseldorf

von Sterereo am 2. September 2012

in Feierlichkeiten

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Wo gibt es sowas? Ein Festival schön auf einer Tribüne verfolgen zu können, ist schon wirklich lauschig. Doch dabei nicht nur den verschiedenen Bands zu horchen, sondern auch mal den Blick auf eine Partie Golf oder auf Rennpferde schweifen zu lassen, das ist wirklich mal standesgemäß. Klar, das geht nur in einer Schicki-Micki-Stadt wie Düsseldorf. Wohl auch nur beim Open-Source.

Inmitten der Pferderennbahn haben die dekadenten Landeshauptstädter einen Golfkurs gebaut. Ob es wohl das Handicap ruiniert, wenn beim finalen Puttversuch eine Meute aufgeputschter Heißblütler vorbeigaloppiert? Zum Open-Source hatten die Polohemdträger und –spieler jedenfalls Ausgangssperre zum Festivalteil ihrer schönen Anlage. Schon des frühen Nachmittags tummelten sich hier rund 5000 Besucher. Viele machen es sich bei den lauschigen Temperaturen auf dem Rasen gemütlich, relaxen und warten auf Bands wie The Hundred in the Hand. Durch die Nachmittagssonne schwillgt ihr Elektropop an, wird verfeinert von Jason Friedmanns Gitarre und die singende Dame Eleanore Everdell, die die richtigen Synthe-Sounds darunter mischt. Vereinzelt wird schüchtern getanzt. Etwas mehr rocken Mouse on Mars die sommerliche Szene. Klares Heimspiel für die Düsseldorfer, die Leute ströhmen herbei und feiern ihre Lokalmatadoren gebührend ab. Harte Gangart, wabernder Elektro und eine Sirene. Wow. Die Britten von Breton hatten es danach schwer. Feiner Indiepop, wozu gleich weiter getanzt wurde. Zeit für ein gemütlichen Trab über das Gelände. Neben diversem Catering, audiolastige Stände hatten ein paar pfiffige Studenten vier „Musikzimmer“ aufgebaut. Aneinander reihen sich die kleinen, netten Installationen. Ein Guckkasten mit Unterseelandschaft, dazu ein Kopfhörer. Was mag es sein? Schon schallt „Yellow Submarine“ aus den Ohrmuscheln und der neugierige Festivalgänger grinst. Schöne Idee, bitte mehr davon!

Neben der großen Carhartt-Stage, schattig versteckt, wartete eine heimelige Electro-Bühne am anderen Rand der Galopprennbahn. Hier spielten die tollen Brandt Brauer Frick-Kollegen eines ihrer DJ-Sets. Das funktioniert natürlich auch hier prima und schon bald zappelt ein Großteil der Zuschauer zu den vertrackten Instrumental-Brocken, die dort rausgehauen werden. Da kann gerne Beirut gleichzeitig zeigen, dass sie von Tuten und Blasen einiges verstehen, doch hier passiert wie immer was Besonderes.

Bald wird dann auch schon das Außengelände von den Menschen leergefegt. Busse und Eigeninitiative bringen die Leute in den weniger Lärmbelästigenden Club. In diesen Fall das Stahlwerk, wo Stabil Elite und Who Made Who irgendwann des Abends anfangen den Laden auseinander zu nehmen.

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