On Canvas – Mal Du Pays

von Hififi am 24. Dezember 2007

in Musik!

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Das Problem ist ja oft, dass es beschrieben werden muss. Vor allem wenn der Interpret den meisten Lesern unbekannt sein dürfte. Wie also klingen denn nun On Canvas? Das ist leider überhaupt nicht leicht zu beschreiben, denn irgendwo zwischen Indie (was ja nun mittlerweile so gut wie gar nichts mehr über eine Band aussagt) und Post- (ich entscheide mich für Punk) schaffen sich die vier Bremer ihre Nische.

Indie ja auch wieder einmal, weil die Band, ohne Hilfe eines Produzenten oder einer Plattenfirma, diese 5-Track-EP aufgenommen hat, Zwangs-Indie sozusagen. Aber das hört man „Mal Du Pays“ kaum an, denn, auch wenn der Bandsound wohl kaum als warm zu bezeichnen ist, ist er doch zumindest gut gemacht. Gitarrist Nils Wittrock hat dafür gesorgt, dass dieser „Zwangs-Indie“ auf einem recht hohen Niveau angesiedelt wurde. Auf dem Streifzug durch die verschiedenen Epochen der Musikhistorie begegnen On Canvas auf „Mal Du Pays“ zuerst Joy Division, klopfen bei Ian MacKaye´s Fugazi an und machen auch vor Editors-Gitarren („A Look Around“) nicht halt. Zu viele Köche verderben den Brei? Diesmal nicht, es scheint eher so zu sein, dass es ohne diesen Arschvoll Referenzen gar nicht so viel Spaß machen würde On Canvas sein Gehör zu leihen. Gut geklaut, ist schließlich besser, als auf Biegen und Brechen eigenständig sein zu wollen. „Polterstein“ erinnert wohl noch am ehesten an eben erwähnte Fugazi, denn hier poltern die Drums so gekonnt disharmonisch, schreit und leidet Hannes Bahrenburg wie eben erwähnter MacKaye und Gitarren durchschneiden den Raum, wie sie kaum fieser klingen können. Interessanterweise musste ich eben ein wenig an Klez.E denken, als ich mir vorstellen wollte, wie On Canvas live sein würden und nun lese ich, dass es dieses Package anscheinend bereits gegeben hat. Wenn ich aus dem Stehgreif meine beste deutsche Band wählen müsste, würde ich Klez.E benennen. Die gemeinsamen Konzerte machen Sinn, denn das Experimentelle teilen sich beide Bands. Den Hang zu schrägen Sound und abstrakten Lyrics? Vielleicht! Bleibt zu überprüfen, ob die fünf Songs auf „Mal Du Pays“ live funktionieren werden. Aber ich bin da sehr zuversichtlich.

Die ganze EP im Stream auf der on canvas Homepage >>

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{ 8 Kommentare… read them below or add one }

1 Sterereo Dezember 30, 2007 um 16:32 Uhr

Uns selber sollen sie nie was von Fugazi gehört haben. Gibt es Zufälle? Die Musik ist manchmal fussballfeldgroßer, abgerockter Space-Sound, und doch plötzlich wieder nackenhaar-melodisch und dies von einer Debüt-EP, übrigens. Freue mich auf’s Album.

2 Iain März 30, 2008 um 20:49 Uhr

hab gäli-plätze für das konzert am 6.4 in münster, bin ja stark am überlegen, ob ich hingeh

3 Sterereo März 31, 2008 um 11:06 Uhr

klar, hingehen und drüber schreiben. die jungs freuen sich bestimmt!

4 Iain März 31, 2008 um 14:59 Uhr

na ja gut, wird schon nich weh tun ;o)

5 Sterereo März 31, 2008 um 15:38 Uhr

Haben ja sogar ’ne Konzert-Rubrik für die bei uns vorgestellten Bands, wenn das nix is‘?

6 Iain März 31, 2008 um 20:05 Uhr

sowas haben wir, is ja lässig ;o)

7 RockinBen April 1, 2008 um 10:24 Uhr

Wann füllen wir diese denn mal mit einem hififi-Party-Konzertbericht? Gibts da was konkretes?

8 Sterereo April 1, 2008 um 13:55 Uhr

Noch nicht, aber sobald es da was geht, sag ich natürlich bescheid.

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