Okkervil River – Interview

von Sterereo am 14. August 2008

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Zwei quirlige Jungs sitzen lächelt auf den Bierbänken und genießen das Wetter samt Bier. „Wir waren gestern noch unterwegs. Aber nicht so, wie du es jetzt hören möchtest mit Strippern und so weiter. In einem Van, schlechtgelaunt“, erzählt Okkervil River Drummer Travis Nelsen und Kopf der Bande Will Sheff lacht. Erfrischend unausgeschlafen wird es ein lebendiger Plausch mit Folk-Rockern aus Austin, Texas, die sich schlicht freuen unterwegs zu sein:

Travis: Das ist der einzige Weg, dass ich mir das Reisen leisten kann! Ich habe vielleicht noch 5 Euro in der Tasche.

In den USA ist das eine Menge Geld.

Travis (lacht): Das stimmt. Der Dollar ist nichts mehr wert. Wir sind das neue Mexiko!

Darüber braucht ihr euch keine Sorgen machen. Ich durfte euer neues Album „The Stand Ins“, welches im September herauskommt, hören und muss sagen, ihr habt eine fantastische Arbeit geleistet.

Will: Oh, wirklich vielen Dank! Wir sind sehr stolz darauf und extrem glücklich mit dem Resultat. Das neuste Album ist immer mein Lieblinsalbum. Wenn du weitermachst Alben aufzunehmen, hast du nicht wirklich viel Zeit dir die alten Sachen anzuhören. Ich konzentriere mich darauf was ich auf der neuen CD machen möchte. Was ich damit sagen möchte, du schmeißt den ganzen Kram über Bord, den du bis dahin gemacht hast.

Aber das Neue wird als zweiter Teil von eurem großartigen „The Stage Names“ beworben, dann kannst du doch nicht alles wegschmeißen.

Will: Doch, kannst du. Es ist nicht dein Job dich an alten Sachen festzuklammern.

Mit dieser Einstellung gehst du ins Studio?

Will: Absolut. Ich schreibe diese Songs, nehme sie auf und höre dabei jedes einzelne Take. Das reicht. Sobald das Album fertig ist, bin ich da durch. Ich kann nicht mehr zurück. Jede Note ist ein meinem Gehirn eintätowiert. Es dauert immerhin vier bis sechs Monate um diese Alben zu machen. Wenn du dich in deine Musik verliebst und denkst „Oh, dieses Album ist so toll, ich bin der Größte“, so kommst du nicht weiter. Schmeiß es weg, sag „Fuck that“, verbrenn es. Du musst vorwärts kommen. (kurze Pause) Travis, hörst du den alten Kram an?

Travis: Ja, bis zu dem Punkt, wo wir es gemixt haben. Danach höre ich sie mir zwei Wochen lang exzessiv an, um heraus zu finden ob sie wirklich gut sind. Danach nicht mehr.

Was hört ihr dann?

Will: Ich höre häufig Shearwater. Da war ich schließlich mal in der Band.

Und während ihr das letzte Album gemacht habt?

Will: Wir haben oft Gruppen, die wir hören und nach denen wir klingen wollen.

Travis: Wir hören so Motown-Sachen, oder Group-Kram aus den 60ern.

Klingt für mich nach den Jackson 5?

Will: Absolut. Wir hören ständig die Jackson 5. Bei „The Stage Names“ haben wir uns dort abgehört, wie die Drums klingen sollen. Beim intensiven hören merkst du, dass dort wenig Drums sind, außer im Refrain. So Kleinigkeiten.

Wie sah es diesmal aus?

Will: Wieder viel Motown. Zum Beispiel diese großartigen Singles, wie „My Girl“ (von The Temptations).

Mit anderen Worten: Vorwärts mit den Jackson 5. Wer hätte das gedacht?

Fotos: Martin Lehmann

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