Of Montreal – Skeletal Lamping

von Benjamin am 26. Oktober 2008

in Musik!

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Skeletal Lamping ist das inzwischen 9. Studioalbum der Indie-Pop-Band um Kevin Barnes. Geboten wird hier viel: fröhliche Melodien, mehrstimmiger Gesang, der an die Beatmusik der 60er erinnert, Electronische Beats, akustische Gitarren, Bläser und noch vieles anderes. Aber warum immer alles in einen Song packen?

Irgendwie möchte man beim Hören immer sagen „Weniger ist mehr“ und der Band ein großes Plakat mit diesem Spruch fürs Studio schicken. So hört sich „Wicked Wisdom“ nach einen Princemäßigen Intro wie ein Stück vom weißen Album der Beatles an. Verspielt, irgendwie fröhlich. Aber dann, ja dann kommt wieder ein Break und ein Synthie-Beat, Falsettgesang und dann ein HipHop-Beat, dann denkt man an mehrstimmige Queengesänge und ist wieder irgendwo bei Prince. Und irgendwie dann wieder alles zusammen.

Bei anderen Songs dürfen Streicher anfangen, welche dann in einen Beat übergehen und wieder dieser mehrstimmige Gesang und Geräuschsamples, so beim Song „Beware our nubile miscreants“. Und wieder bleibt der Hörer auf Grund der vielen verschiedenen Instrumente und Stile auf der Strecke. In „An Elvardian Instance“ werden Bläser mit Brian May-Gitarren kombiniert. Wobei der Beat in Teilen des Songs in die Beine geht und durchaus spannend klingt.

Of Montreal überfrachten ihre Songs. Jede interessante Idee wird abgelöst von irgendetwas Nervigem. Es klingt als wenn man die Bee Gees, Queen, Prince mit möglichst vielen Instrumenten gleichzeitig nachspielen wollte und das ganze mit HipHop- und Housebeats unterlegt. Das ist musikalische Dekonstruktion, das ist postmodern – das ist mir zu viel und zu anstrengend.

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{ 3 Kommentare… read them below or add one }

1 Pynchon Oktober 27, 2008 um 10:05 Uhr

Also, das letzte Album fand ich aber sehr gut, wobei auch einiges schon im Vorgänger etwas zu … überdreht vielleicht war. Für 2, 3 große Songs sind Of Montreal aber immer gut- auf alle Fälle ist der Frontman eine verdammt interessante Persönlichkeit, vor einem Jahr gabs einen interessanten Beitrag auf ARTE Tracks.
Oh ihr gepeinigten sensiblen Seelen, macht weiter Musik und beglückt uns, aber überfrachtet eure Songs nicht, bändigt euer inneres Chaos…!

2 Sterereo Oktober 27, 2008 um 11:35 Uhr

Schön gesagt! Aber vielleicht sind diese sich überschlagenen Einfälle und Einflüsse ja nur das Mittel zum Live-Zweck?! Wenn man sich das [iurl=http://www.hififi.de/php/include.php?path=content/articles.php&contentid=664]Review zum Berlin Konzert[/iurl] so durchliest scheint es unmöglich zu sein eine solche Show auf einem anderen Song-Fundament zu betten. Trotzdem würde ich gerne mal bein Songschreiben Mäuschen sein. Ob es da auch Lametta regnet?

3 RockinBen Oktober 28, 2008 um 12:50 Uhr

Joa, wenn man das mit der Live-Umsetzung im Hinterkopf hat, dann erklärt sich das Album…

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