Octo Wallace – Fast Woman Slow Horses

von Hififi am 17. Oktober 2008

in Musik!

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Was soll man bloß davon halten, wenn eine Band ihren Songs solch merkwürdig anmutende Titel verpasst wie „Oliver Beerhenke And The Purple Pipers At The Gates“? Oliver Beerhenke moderiert „Die Super-Pannenshow“ auf RTL und „The Piper At The Gates Of Dawn“ ist wohl eines der einflussreichsten Debüts aller Zeiten, das von Pink Floyd. Also, hier wird Unsinn mit Kult vermengt, Grenzen gesprengt, oder wohl eher Türen eingetreten. Das gilt im Übrigen selbstredend nicht nur für diesen Song.

Aber hier kommt nicht nur Syd Barrett mit seinen damaligen Mitstreitern zu zweifelhaften Ehren, auch einem alten Bekannten aus Teenager-Zeiten begegnet man auf „Fast Woman Slow Horses“: Cliff Burton, Metallicas erstem Bassisten. Das dieser Song bezeichnenderweise „Cliff Burton With Happy Finish“ heißt, beweist nur einmal mehr, dass die vier Kölner mit einem eher abseitigen Humor gesegnet wurden, denn Cliff Burton kam 1986 bei einem Busunglück ums Leben. Wären wir beim Thema Bass/ Bassisten, wobei Tobi augenscheinlich nicht nur optisch wenig mit Cliff Burton zu tun hat, auch musikalisch tun sich Abgründe auf, so bestach der typische Metallica-Sound zumeist dadurch, dass praktisch überhaupt kein Bass zu hören war. Bei Octo Wallace ist der Bass omnipräsent. Gesang dagegen ist Mangelware, davon ausgehend das Geschrei, im Sinne von Rumschreien, kein Gesang ist, außer wenn Swobo zum Mikro greift und seine unverkennbare Stimme den typischen Octo Wallace-Sound bereichert. Da gehen natürlich sofort die Alarmglocken an und schreckliche Prog-Ungetümer, altertümlich gewandete Männer mit schrecklich hässlichen Instrumenten kommen in den Sinn. Das passt auch hier, nur das Prog hier ganz schrecklich interessant ist und halt soviel mehr zu bieten hat, als ausufernde Soli. In zuletzt genanntem Song gibt es eine Salsa-Passage, umkreist von bratenden Gitarren und einem Synthie, den ich am ehesten mit einer singenden Säge vergleichen würde. Ok, ob das jetzt wirklich ernstzunehmende Musik oder totaler Quatsch ist, muss jeder selbst entscheiden, aber mir persönlich macht dieses Album zu viel Spaß um es abzutun. Prog, kein Scheiß!

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