Oasis – Dig out your soul

von Benjamin am 9. Oktober 2008

in Musik!

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Oasis haben ein neues Album voller Innovationen und Spielereien aufgenommen, die jeder Indie-Rock-Band gut zu Gesicht stehen würden. Ok, war ein Scherz: auch „Dig our your soul“ klingt typisch – zwar etwas psychedelischer – nach Oasis auf hohem Niveau.

Der Songwriting-Diktator Noel hat zwar immernoch den Löwenanteil der Songs geschrieben (6 von 11), aber sowohl Andy Bell („The Nature of Reality“) als auch Gem Archer („To be where there’s life“) durften jeweils ein Song besteuern. Wie immer sind die Songs von Noel die besten und eingängigsten. Was ihn aber veranlasst hat „(get off your) High Horse Lady“ zu schreiben und genau in der Mitte des Album zu platzieren, das ist sein Geheimnis. Der Song ist ein verzerrter, schleppender mit vielen Handclaps versehener Folk-Witz. Irgendwo zwischen charmant und nervig. Die Songs davor sind von Noel – mit Ausnahme der Ballade „I’m outta time“ (Liam, voller Beatles-Referenzen und mit einem Auszug eines (des?) letzten John Lennon Radio-Interviews). Danach kommen nur Songs mit Ausnahme von „Falling out“ der anderen. Daher verwundert es nicht, dass die zweite Hälfte des Albums ein wenig abfällt, wenn auch nicht viel. Jedenfalls ist Liam kein zweites „Little James“ (auf „Standing on the shoulder of Giants“) passiert.

Fundierte Beatles-Kenntnisse weist im Übrigen die gesamte Belegschaft nach: „To be where there’s life“ wird von Sitar-Klängen begleitet. Wer hat die in die Rockmusik eingeführt? „Waiting for the Rapture“ scheint aus einer Beatles-Lyrik-Maschine entsprungen. Oasis überraschen den Hörer also nicht, auch nicht negativ.

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1 Sterereo Oktober 9, 2008 um 16:03 Uhr

Hatte ein ganz ähnliches Eindruck, als ich mit Nico das Album gehört habe. Ein Album mit wirklich tollen Oasis-Songs. Im Prinzip will ich auch überhaupt nichts anderes. Einzig das in meinen Ohren stellenweise recht eintönige Drumming stört mich, für dass vor dem Split wohl noch Ringo Jr. verantwortlich gemacht werden muss. Da hat er sicher sein Talent vom Vater. Ich erinner nur augenzwinkernd an den Lennon Spruch: „Ringo der Beste Drummer der Welt? Er ist nichtmal der Beste der Beatles“.

2 RockinBen Oktober 11, 2008 um 19:57 Uhr

So, hier mal ne überraschende Meldung, die im aktuellen Rolling Stone im großen Metallica-Special zu lesen war:
„Immerhin das Kokain hat [Lars] Ulrich vor zwei Jahren drangegeben – ausgerechnet auf den Rat seines Freundes Noel Gallagher.“
Der RS beruft sich hier auf den britischen Guardian. Unglaublich, oder?

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