Norman Palm – Shore To Shore

von Pynchon am 22. Juli 2010

in Musik!

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Auch wenn mich Norman Palms zweites Album “Shore To Shore” leider ziemlich langweilt, ist die Geschichte zu seinem vorausgegangenen Debüt so interessant, dass ich sie gerne der Besprechung des Nachfolgers voranstelle: Also, der Kunsthochschüler Norman Palm, zwischen den hippen Metropolen Paris und Berlin pendelnd, hatte die Idee, seine mit dem Laptop aufgezeichneten Songskizzen zu visualisieren und nahm zu dem Zweck nicht nur ein Album auf, sondern kombinierte es mit einem 200-seitigen Buch, ehe er das originelle Arrangement mit seinem Do It Yourself-Label auf den Markt warf.

Hier begann eine Erfolgsgeschichte, die ihm unter anderem zu Auftritten beim Haldern Pop Festival und bei diversen Kunst-Events verhalf, wo er wiederum von der Society umarmt wurde und die Bekanntschaft von Jane Birkin (oh lálá) und Promi-Blogger Perez Hilton (äh, naja…) machte. Aber nun zum aktuellen Werk: Etwas, das mir leider von Anfang an auf die Nerven geht, ist Norman Palms Gesang. Ganz sicher ein subjektiver Eindruck, aber das quengelig Näselnde, das über einen reduzierten Klangteppich aus Synthies, Beats und luftigen Melodiefragmenten gelegt ist, verdirbt mir schon gleich den Opener „Start/Stop“. Rein musikalisch, Palms Stimme mal so gut wie möglich ausklammernd, ist das alles zwar insgesamt eher gefällig, aber sicher nicht schlecht. „Smile“ etwa ist ein passabler Popsong. „Images“ plätschert, abgesehen von einigen schönen Klavier-Passagen, in monotonem Rhythmus dahin, elektronische Spielereien dürfen natürlich nicht fehlen. Der einzige Song, der mir wirklich gut gefällt, ist „Landslide“, der ein wenig nach dem abgeklärt-schluffigen Sound von Beck klingt und bei dem ich sogar halbwegs vergesse, dass mir Norman Palms Stimme auf die Nerven geht.

Ansonsten dominiert eine von Bässen und Synthies getragene Schwermut, die sich für mich leider etwas beliebig anhört. „Easy“, im Pressetext als das Hauptstück angekündigt, klingt ziemlich lahm. Ein bisschen Synthie, Elektro, Bässe und Klangspielereien- smells like Pseudo-Tiefgründigkeit. Hat mich leider alles nicht sonderlich inspiriert.

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