Noah and the Whale – Knust Hamburg, 28.04.2010

von theresa am 4. Mai 2010

in Feierlichkeiten

Post image for Noah and the Whale – Knust Hamburg, 28.04.2010

Noah and the Whale – eine Band, die sich trotz ihrer Herkunft aus dem großen, trubeligen London dem Indie-Folk verschrieben hat. Damit haben sie die Musik zwar nicht neu erfunden, doch diese Mischung macht einen ganz besonderen Charme und lässt einen Abend mit ihnen nie langweilig werden. Davon konnte man sich auch an jenem Mittwoch im Knust in Hamburg überzeugen.

Bei strahlendem Sonnenschein war es nicht verwunderlich, dass bei meiner Ankunft im Knust noch gähnende Leere herrschte. Drum fand ich den Weg schnell wieder nach draußen, wo man sich mit kühlem Bier und Bratwurst die Zeit vertreiben konnte. Nachdem man nach einiger Zeit schon fast vergessen hatte, dass man ja ein Konzert besuchen wollte, riskierte ich einen erneuten Blick in den Konzertraum, der sich nun langsam mit gespannten Gästen füllte. Nachdem jedes Instrument den richtigen Sound hatte und alle Plätze mit Wasserflaschen („Wie?! Die trinken kein Bier??“) ausgestattet wurden, konnte es nach leichter Verspätung endlich losgehen. Was insbesondere die Ungeduldigen unter den Gästen freute: es gab keine Vorband und die fünf Londoner Jungs traten direkt ins Rampenlicht. Bis dato dachte ich, dass Noah and the Whale nach Laura Marlings Ausstieg nur als Quartett unterwegs wären, doch die Band hatte sich im letzten Jahr Verstärkung durch Fred Abbott geholt.

Als erstes Lied gaben sie „Give a little love“ zum Besten und nach weiteren dynamischen Songs erklärte Mastermind Charlie Fink das Konzept des weiteren Abends: nach dem ersten Teil sollte nun ein ruhiger und melancholischer Abschnitt folgen, deswegen waren vorwiegend die Lieder des aktuellen Albums „The first days of spring“ zu hören, wie zum Beispiel „Stranger“ und „My door is always open“. Doch es wurde auch Wert auf Vielseitigkeit gelegt: „Don’t worry, in the third part we’ll have a party together!“ Dieser wurde durch „Love of an orchestra“ eingeläutet, aber selbstverständlich durfte auch das sehr bekannte „5 years time“ nicht fehlen. Allerdings vermisste man gerade bei diesem die prägnante weibliche Stimme (doch wer weiß, ob wir ohne Laura Marlings Trennung von Charlie Fink und der Band ein so traurig schönes zweites Album bekommen hätten). Nach einem fulminanten Abschluss durch den Namensträger der letzten Platte folgte nach Fordern des Publikums eine Zugabe. Hierbei stellte die Band ein neues Lied namens „Tonight’s the kind of night“ vor, das auf einen Nachfolger im Sinne des Debuts „Peaceful, the world lays me down“ spekulieren lässt.

Insgesamt kam also wirklich keine Langeweile auf, was sicherlich auch an der Vielfalt der Instrumente lag. Von Gitarre über Geige bis zur elektrischen Zahnbürste war alles dabei. Moment. Zahnbürste? Mit diesem doch ungewöhnlichen Instrumentarium gelang es Charlie Fink, gänzlich neue Klänge auf seiner Gitarre zu erzeugen. Doch auch stimmlich beeindruckte dieser mit seinem Gesang, der live noch emotionaler klang als auf Platte.

Also, Daumen hoch für Noah and the Whale und diesen tollen Abend.

Fotos: theresa

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: