Nine Inch Nails – With Teeth

von Hififi am 11. September 2005

in Musik!

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Ein guter alter Bekannter beehrt uns mit einem neuen Album, wobei die Betonung eher auf alt liegt, so habe ich – aus damaligem Desinteresse – Trent Reznors ´99er-Album „The Fragile“ komplett ignoriert und beschlossen „With Teeth“ die Chance zu geben, die es ganz offensichtlich auch verdient.

Als großer Verehrer der „Downward Spiral“ (´94) fallen mir zuerst einige Parallelen zwischen den Alben auf: So ähneln sich die Up Tempo-Nummern doch sehr, die herausgebrüllte Parolenhaftigkeit der Refrains ist zum Markenzeichen geworden und gleichzeitig verkommen. Ideenlosigkeit auf gewohnt hohem Nine Inch Nails-Level?! Das Wechselspiel aus laut und leise kann man dagegen unmöglich beanstanden, da es Reznors Grundkonzept unterliegt, wobei das Gefühl des Altbackenen auch daher rühren dürfte, dass sämtliche Emo/Screamo-Bands der Erde es annektiert haben. Industrial-Ausbrüche wie „You Know Who You Are“ und „Getting Smaller“ hat man auf jeden Fall schon besser gehört.

Auf der anderen Seite wartet „With Teeth“ mit neuen Innovationen auf, die so nicht zu erwarten waren: „All the Love in the World“ überrascht mit einem Dance-Break und versetzt den Hörer das erste Mal in Erstaunen. Um gleich bei den Dance-Einflüssen zu bleiben, die aktuelle Single „Only“ sucht in dieser Richtung ihresgleichen, der Beat ist simpel und geht sofort ins Ohr und Tanzbein, die Basslinie macht dann aber schnell klar, dass es einem auch nicht zu leicht gemacht werden soll. Spätestens hier muss ich meinen Ideenlosigkeits-Vorwurf zumindest teilweise revidieren. Höhepunkt ist – wie schon auf „The Downward Spiral“ – das letzte Lied. „Right Where It Belongs“ erinnert tatsächlich an „Hurt“, die morbide Grundstimmung und das Ausbleiben der typischen Industrial-Eruption, sind die offensichtlichen Anzeichen. Das Erhöhen der Lautstärke mitten im Song ist ein weiteres liebenswertes Gimmick, mit dem uns Herr Reznor nach Hause entlässt.

Ohne Lückenfüller kommt auch dieses Album nicht aus. Aber wie kann ein gutes Album besser wirken, wenn nicht durch die Lückenfüller, die die besseren Songs hervorheben.

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