New Young Pony Club – Karlstorbahnhof Heidelberg, 27.04.2010

von Kathy am 29. April 2010

in Feierlichkeiten

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Egal auf welches Konzert man geht, sei es das der eigenen Lieblingsband oder einer Band, die man vorher noch nie eingehender angehört hat: Man hat gewisse Erwartungen.

Was den Besuchern der Londoner Band „New Young Pony Club“ geboten wird, ist dann allerdings eine Überraschung der etwas anderen Art. Es treffen an diesem Abend Welten aufeinander, die für Musik-Puristen besser getrennt bleiben sollten – Fußball und Gesang.

Wer jemals das Lied „Fußball ist unser Leben“ der Weltmeistermannschaft von 1974 gehört hat, weiß wovon ich rede. Schon am Einlass werden wir darauf hingewiesen „Aber erstmal wird Fußball geschaut!“ und sofort werden Assoziationen mit der Kindheit wachgerufen, als man den leckeren Nachtisch erst essen durfte, wenn man vorher den Rosenkohl vollständig heruntergewürgt hatte.

Was dann folgt, hat leicht groteske Züge, da sich vor dem winzigen Fernseher ein einzelner Fußballfan mit Pizza auf einem Stuhl niedergelassen hat, während die anderen Gäste nur darauf zu warten scheinen, dass das Spiel endlich vorbei ist. Auch der Versuch von Support DJ Domic parallel ein paar aktuelle Dancefloorhits aufzulegen um die Masse zum Zappeln zu bringen, will nicht so recht gelingen.

Pünktlich zum Abpfiff um 22:30 betreten dann NYPC die Bühne und eröffnen das Konzert mit ihrer ersten großartigen Nummer „Get Lucky“.

Es dauert ein paar Minuten bis die Menge wieder aus der Lethargie erwacht, aber dann kann sich niemand mehr gegen die rockigen Rhythmen, die weit weniger elektronisch, kühl und distanziert als auf dem Album wirken, wehren. Leadsängerin Tahita Bulmer überrascht neben kraftvoller Stimme mit frisch blondierter Mähne und dem für sie charakteristischen Tanzstil, bei dem sie ständig die Hände in die Luft reißt. Im Anschluss daran folgen 60 Minuten tanzbare Musik, die vor Energie nur so strotzen und alles mitreißen, was nicht festgenagelt ist. Lieder des 2007er Debütalbums „Fantastic Playroom“ wechseln sich dabei mit den neuen Stücken vom gerade veröffentlichten „The Optimist“ ab und sorgen gleichermaßen für Begeisterung in der Menge. Obendrauf gibt es noch ein PJ Harvey Cover von „Dress“ sowie „The Bomb“ als Zugabe. „This could be our last song. You can make it a good one“ – und das Publikum lässt sich tatsächlich nicht zweimal bitten.

Fazit: Entgegen einer gewissen Skepsis, die sich zuvor beim Anschauen älterer Konzerte auf Youtube breitgemacht hatte, ist NYPC auf jeden Fall eine livetaugliche Band, die es schafft in kürzester Zeit Räume in Saunalandschaften zu verwandeln und selbst den größten Tanzmuffel von rhythmischen Zuckungen durchfahren zu lassen. So lässt sich im Notfall auch ein Champions League Halbfinale verschmerzen.

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{ 5 Kommentare… read them below or add one }

1 thomas April 29, 2010 um 19:39 Uhr

Super Konzertzusammenfassung, Kathy! Aber warum steht da nirgends, wer das Fußballspiel gewonnen hat? 😛

2 Pynchon April 30, 2010 um 16:38 Uhr

„So lässt sich im Notfall auch ein Champions League Halbfinale verschmerzen.“

Blasphemie!!

3 Hififi April 30, 2010 um 19:42 Uhr

Sind halt nicht alle französische Bayern-Fans, lieber Pynchon.

4 RockinBen April 30, 2010 um 20:27 Uhr

hier: [B]MUSIK[/B]

Fußball? [URL=http://www.11freunde.de/]da[/URL] und [URL=http://www.kicker.de/]da[/URL] und [URL=http://www.sport1.de/]da[/URL] und vielleicht [URL=http://www.fcbayern.telekom.de/de/aktuell/start/index.php]auch hier[/URL] oder aber [URL=http://www.arminia-bielefeld.de/]hier[/URL] und [URL=http://www.scpaderborn07.de/]hier[/URL]

5 Sterereo April 30, 2010 um 20:31 Uhr

Haha, die Ostwestfalenclubs! Was ist da schon die Champions League? So ’ne Lizensvergabe ist da doch tausend mal spannender, ja fast existenziell!

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