Neuser – Labyrinth Teil I (EP)

von Benjamin am 16. August 2011

in Musik!

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Henning Neuser ist ja inzwischen allein für Neuser verantwortlich, also muss man auch ihn allein für die EP Labyrinth Teil I verantwortlich machen. Da ist auch schon das Problem: Deutschsprachige Popmusik ist mitunter schwierig. Man versteht die Texte nicht nur, nein auch die sprachlichen Stolpersteine, Doppeldeutigkeiten und Nuancen, die – zumindest mir – in englischen Texten nicht direkt ins Auge fallen, treten deutlich hervor.

Das andere Problem ist das Format: eine EP mit fünf Songs kann entweder dazu dienen, sich selbst zu präsentieren, etwas außerhalb des eigenen musikalischen Kontextes auszuprobieren oder sich lediglich einem Thema – musikalisch oder inhaltlich – zu nähern, quasi als Minikonzeptalbum. Neuser zeigt schon bei der Namensfindung der EP seine Pfiffigkeit: Aus einem Labyrinth muss man erstmal hinauskommen. Labyrinth auch insofern, als dass musikalisch der eine oder andere Pfad gegangen wird und man immer das Gefühl hat, dass man hier schon mal war. Das mag an der 80er Affinität Neusers liegen oder an der Heterogenität: ein reiner Deutsch-Pop-Song wie „Das Leben der anderen“ folgt dem Indie-Beat-getriebenen und pluckerden „Wie weit“. Den Abschluss bildet ein fröhlicher, von Pfeifen und Klatschen getriebener Song namens „Minibar“. Hm, auch zwei Monate nach dem Erscheinen reizt mich Labyrinth Teil I nicht. Mag auch daran liegen, dass die EP nicht homogen wirkt, sondern eher wie eine Bestandsaufnahme, was Neuser kann: Pop, Elektropop, Indiepop, Singer-Songwriter. Tanzbar oder fröhlich oder melancholisch – zu viele Möglichkeiten für eine EP, so ist meine Meinung.

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