Nelly Furtado – Stampede Calgary, 7.7.06

von Sterereo am 10. Juli 2006

in Feierlichkeiten

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Welchen echten kanadischen Superstar kennt ihr? Celine Dion? Avril Lavigne? Nelly Furtado? Einen dürft ihr live sehen, wen würdet ihr nehmen? Wohl doch Nelly. Wenn dann das Konzert auch noch „Umsonst und draußen“ ist, wird das Erscheinen zur Pflicht.

So ist es mir ergangen. Hier im kanadischen Calgary findet diese Tage die größte Outdoor-Show der Welt statt. Da lässt sich dann auch „Coca Cola“ nicht Lumpen und baut eine Bühne auf. Auf dieser steht dann am ersten Samstag des Happenings Nelly Furtado, für keinen Dollar extra. Danke Atlanta.

Diese Gelegenheit wollen sich allerdings auch andere nicht entgehen lassen. Also besser früh da sein. Um 7.30 Uhr sitzen wir auf der schon vollen Rasenfläche vor der Bühne. Gute Plätze, um die kommen zwei Stunden Wartezeit zu überbrücken. Netterweise probt die Band schon mal zwei Stücke zum Soundcheck. Dann – eine Stunde vor Nellys Auftritt – ein Vorband. Aufstehen, ansehen, kopfschütteln. Und zwar vor Verzweiflung. Der Saukrates Typ sieht zwar lustig aus mit seiner Insektenaugen-Brille, doch was dort abgeliefert wird ist ziemlich geistloser Hip-Hop/RnB-Krams. Doch es tut seinen Dienst, die Zeit vergeht, nur noch wenige Minuten bis Nelly.

Dann gehen die Lichter aus, der Scheinwerfer an und der Bass ihres neuen Albums „Loose“ bohrt sich in die Magengrube. Ich habe vorher schon ein Ohr riskiert und ausgemacht, dass der neue Langspieler eher Richtung Disko als Folk-Scheune zielt. Doch wie funktioniert so was vor offenem Himmel? Die Antwort ist: Gut. Nelly zappelt wie auf Koks (wenn das keine Verleumdungsklage gibt) zu den Songs, als wäre sie im Schlafzimmer. Dabei sieht die Kanada-Portugiesin auch noch unverschämt gut aus. Die Mädels tanzen und singen, die Jungs glotzen. Saukrates ist auch wieder mit von der Partie und hilft bei „Promiscuous“ für den abwesenden Timbaland aus. Dann fragt Nelly rhetorisch: „Welchen Song wollt ihr als nächstes?“. Welche Frage! „I´m Like A Bird“ wird gestreckt und zu einer epischen Orgie. In der Mitte des Songs fragt Timba…erm Saukrates, ob wir Reggae mögen. Was auch immer. Zu Marleys „No Woman No Cry“ steigt dann auch Nelly ein und gibt damit unmissverständlich auch ihre jüngste Inspirationsquelle preis. Danach wird ein Hit-Feuerwerk abgebrannt, wie ich es so noch nicht gehört habe. „Turn Off The Light“, „Powerless (Say What You Want)“, (passend zur WM der EM 2004-Song) „Forca“ sowie Deutschlands aktuelle Nr.1 der Charts „Maneater“. Als Zugabe gibt es dann noch das Gnarls Barkley-Cover „Crazy“. Was für eine Performance der jungen Kanadierin! Und das im eigenen Land. So macht Reisen Spaß.

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