Neimo – Moderne Incidental

von am 26. Februar 2009

in Musik!

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Es gibt wohl Alben die einfach direkt ins Ohr gehen und Jene, die direkt und ohne Umwege auf der anderen Seite wieder rauskommen.

Nach dem ersten Hören von „Moderne Incidental“, des mittlerweile zweiten Albums der französischen Band „Neimo“, ist man geneigt es der letzteren Kategorie zuzuordnen. Es hat auf jeden Fall den Beat und es hat die Gitarren sowie den etwas kratzigen Gesang, um dem Genießer neuer Bands, die mit „The“ beginnen genau das zu geben, was er hören möchte, doch die Band heißt nicht „The Neimo“ und die Songs scheinen nichts Besonderes zu sein. Man hört sich das Album an und wird nicht wachgerüttelt. Zu Beginn wippen die Füße im Takt und es gibt ein paar schöne Wendungen bis irgendwann die Luft aus dem Rock-Ballon entwichen ist. Dann ertönt auf einmal dieser locker fröhliche Song „Lines“ und man möchte Tanzen. Man ist so richtig in Stimmung und freut sich, doch noch etwas auf dem Album gefunden zu haben, da tauchen ungeahnte Klänge auf. Es ertönt „Diamond Lane“. Dieser Song befördert den Hörer direkt zurück in die 80er. Es steckt etwas von New Oder’s „Movement“ darin und wird mit gesprochenem Text unterlegt. Alles mündet in einer sehr gelungene Gitarrensequenz. Dieser Song hat mein Bild der Standard-Gitarren-Rock Band komplett umgedreht, da er auf sehr authentische und ästhetische Weise dem Übergang zwischen Post-Punk und New Wave huldigt. Es geht jedoch weiter mit Gitarren-Pop. Mal etwas grooviger („Poison The Chalice“), mal sogar mit leichtem „Kings Of Leon“ Einschlag („The Loving Dead“) und endet schließlich wieder mit einem Kracher („Carsick“).

Alles in allem eine Art Rock-Palindrom in Albumform und durchaus empfehlenswert für den Indie-Rocker, der auf Bands, wie The Strokes, The Libertines, The Hives und all die neueren „The-Bands“ steht. Eine Platte, die durchgehend am Ball bleibt, bis auf die Überraschung „Diamond Lane“, die zwischen dem Gerocke eher wie eine exotische Pflanze wirkt. Allerdings sollte man sich die mal genauer anschauen.

PS:

Mir wurde das Glück zuteil, Neimo live erleben zu dürfen, wo all die müden, gewöhnlich klingenden Songs plötzlich zum Leben erweckt wurden.

Kleiner Tip: Im April kommen die Jungs wieder für eine kleine Tour nach Deutschland, die wir von Hififi&Sterereo präsentieren.

Das Album im Webwheel!

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