Navel – NeoNoir

von murph am 10. Februar 2011

in Musik!

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„NeoNoiR“. Hier wird schwarz neu definiert. Und zwar als düstere Klangfarbe welche gequält durch den Äther kriecht um dem Hörer schwarz vor den Ohren werden zu lassen. Navel’s zweiter Longplayer lebt von meist kurzen, ruhigen Passagen die von brachialen Soundwänden aus stark verzerrt kreischender Gitarre, dominantem aber untergeordneten Bass und wuchtigem Schlagzeug unterbrochen werden.

Man wundert sich nicht, dass die drei Schweizer bereits mit den Queens of the Stone Age auf Tour waren, immerhin teilen sie die Liebe zum Grunge. Navel serviert dazu eine Prise Blues, nach Art des Hauses, welcher allerdings nichts mehr mit dem eines barfüßigen Mississippi-Delta Gitarristen gemein hat. Gekocht wurde dass ganze mit viel Echo, selbst die Drums sind sehr räumlich abgenommen und geben dem ganzen somit mehr Wumms. Die Gitarre kommt zwar auch gerne mal im Wild-West-Vibrato-Style daher (Shoot me down, bang, bang), meist aber stark verzerrt, so auch oft beim Gesang oder Bass geschehen. Dazu spielt eine Mundharmonika, ähnlich wie der Gesang, Melodien vom Tod. Rhythmus und Kadenzen sind hier bewusst simpel gehalten, die Musik ist also puristisch und somit gut tanzbar.

Die Scheibe bietet 12 (+1 ;)) eigene Songs und zwei Coverversionen, Neil Young’s „Rockin‘ In The Free World“ und Towne Van Zandt’s „Hunger Child Blues“, wobei sich vor allem Herr Van Zandt’s superdepressiver Titel nahtlos in die digitale Setlist einordnet und jenseits einer kommerziellen Absicht steht.

Die erste Auskopplung „Speedbox“ macht viel Lärm und macht sich ganz gut als Repräsentant der Platte. „Black Days“ ist da schon etwas ruhiger und sphäriger, ähnlich wie „Hunger child Blues“, „Blues On My Side“ „Come Into My Mind“ und „It’s The Road That Makes The Song“, wobei für mich der zuletzt genannte Titel den Höhepunkt des Albums darstellt.

Schwieriger wird es mit „Acid Queen“ und „Invisible“, welche auch an die White Stripes erinnern und „Kobra, the Killer“, welcher den Zuhörer wohl einfach nur ärgern soll.

Insgesamt gefällt mir das Album ganz gut. Düster. Puristisch. Direkt. Unkommerziell. Kaufen!

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