Nasty Idols – Boys Town

von JonesKorn am 10. April 2009

in Musik!

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Blickt man auf die Rückseite der CD Hülle, ist man sofort in den wilden 80er Hard und Sleaze Rock Jahren, springt einem der Hair Metal ins Gesicht. Und tatsächlich haben die Nasty Idols sich bereits 1987 zusammengefunden um gemeinsam Musik zu machen, die laut eigener Aussage von namhaften Interpreten wie Alice Cooper, Sweet, Mötley Crue und KISS beeinflusst wurde.

Nach drei veröffentlichten Alben und einem zunächst unveröffentlichten haben die Nasty Idols dann ab 1995 die Instrumente ruhen lassen. Der Bandwebsite nach aufgrund mangelnder Resonanz, Inspiration und um der neuen Musikwelle aus Seattle (ja, dem Grunge) Platz zu machen, der letztlich das eigene Genre aus den Köpfen der Hörer mehr und mehr verdrängt hat. Nach einer kurzen Re-union und einigen Nebenprojekten fand man sich 2006 endgültig wieder zusammen. Zunächst um live auf Tour zu gehen, aber auch um neues Liedgut für ein Album zu schaffen.

Es kam genügend Material zusammen, um 2009 mit „Boys Town“ wieder einen Langspieler herauszubringen. Dazu sei gesagt, dass die Band nicht nur optisch dem Stil von Ende der 80er bzw. Anfang der 90er treu geblieben ist, auch musikalisch bewegen wir uns in diesem Milieu. Insgesamt wirken die Titel ernüchternd einfach und eintönig. Trotzrig-rotzig werden die Titel ins Mikro geschmettert, wird Sex, Drugs and Rock’n’Roll kommuniziert. Aber die Jungs dürften mittlerweile alle bei den „Alten Herren“ mitkicken und so nimmt man ihnen die gezeichnete Welt aus dem Titelsong „Boys Town“, in der Bart Simpson gute Chancen auf das Bürgermeisteramt hätte, nicht so ganz ab. Auch der verkaufsfördernde Herzschmerz à la Bon Jovi in „Scar for life“ oder „Nite like this“ geht wenig bis gar nicht unter die Haut – oder sonst eine Oberfläche. Das rauchig-zart gehauchte I miss you als Abschluss von „Nite like this“ schießt dann den Vogel wirklich ab. Es wirkt wie eine misslungene Persiflage auf das gesamte Genre und hätte in keiner Hollywoodkomödie besser veralbert werden können: harter Kern, weiche Schale, sie wollen trotz ihres frevelhaften Auftretens doch alle nur kuscheln.

Für „Die Hard“ Fans bestimmt spannend, mal wieder ein neues Album in den Händen zu halten und ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass manches Gitarrensolo durchaus zu gefallen weiß und die Stücke zwischenzeitlich eine gewisse Eigendynamik entwickeln. Dennoch: alle anderen lassen lieber die Finger davon, eine Wiederbelegung des Genres gelingt hiermit sicher nicht.

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