Murmansk – Eleven Eyes to Shade

von Benjamin am 2. Mai 2010

in Musik!

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Nein, Murmansk kommen nicht aus der gleichnamigen russischen Hafenstadt. Aber nicht wirklich weit davon entfernt ist ihre Heimat: Finnland. Das erklärt warum die Band diesen weitläufigen elegischen Sound bevorzugt. Auch die langen Winternächten mögen zur düsteren Stimmung des Albums beigetragen haben, wobei der Sound durchaus eine gewisse Aggressivität ausstrahlt.

Aber der Reihe nach: Das Quartett um Sängerin Laura bedient sich an mehreren Schubladen: Shoegaze, Krautrock, Stoner, Noise, Indie. Was diese Musikrichtungen gemeinsam haben, sind Gitarrenwände. Die bauen Murmansk auch wunderbar auf. Also irgendwie schon Shoegaze, nur irgendwie gewalttätiger und aggressiver. Aber nicht ohne Harmonien oder Melodien, nur sind diese messerscharf. Der Gesang wirkt dazu nicht von dieser Welt, schwerelos, körperlos, irgendwie typisch Shoegaze, aber oft auch an RRRiot Girls erinnernd. Was einen erwartet sind lupenrein gespielte Passagen, die dann von wildgewordenen Verzerrern eingerissen werden. Es ist großartig, lässt sich aber schwer beschreiben, da man immer wieder auf Shoegaze zurückkommt, aber das als alleinige Beschreibung unbefriedigend wirkt. Über die Bandschiene könnte es funktionieren: My Bloody Valentine spielen mit Sonic Youth. „Eleven Eyes to shade“ ist jedenfalls ein Album, an dem man sich festhören kann.

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