Munk – The Beat And The Bird

von am 23. März 2011

in Musik!

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Kuschelig und vertraut beginnt „The Beat And The Bird“ mit dem Intro „Can I Have Your Attention?“. Diese heimelige Elektro-Lounge-Atmo bleibt trotz aller Diversifikation durchgängig erhalten. Vielleicht liegt es daran, dass Mathias Modica nicht nur versucht, dem Hörer den neusten heißen Scheiß anzudrehen, sondern er möchte augenscheinlich, dass sich der Gast in seinem Discorant wohlfühlt. Warme Housebeats, gemixt mit leichten Indiepop und viel Deep House überlassen dem Hörer die Entscheidung, ob an der Bar nur mitgewippt, oder auf dem Dancefloor moderat getanzt werden soll. Dazu hat er sich prominente Unterstützung ins House geholt: Alex Gopher, Etienne de Crecy und Boys Noize haben das Ding gemischt. Vor allem die ersten Beiden werden ihren entscheidenden Teil dazu beigetragen haben, dass die Platte so klingt, wie sie klingt.

Die leicht glitschige Vorabsingle „La Musica“ bewegt sich entsprechend zwischen Stereolab-Pling-Plang, French-House und Latinodisco. Prompt stand Karl Lagerfeld auf der Matte und fand, dass das Stück hervorragend zu St. Tropez und Chanel passen würde. Ist das nun ein Ritterschlag oder eine Beleidigung? Wahrscheinlich beides, denn das Stück pushte die Karriere Modicas ein gutes Stück nach vorne: Remix-Anfragen, Singleverkäufe und internationale Anerkennung.

Zugute halten muss man ihm auf jeden Fall die liebevolle Ausarbeitung seiner Tracks, für die er sich bei den unterschiedlichsten Genres bedient hat: Achtziger Pop ist ganz vorn dabei und auch die zurzeit unvermeidlichen Eurodance-Einflüsse, aber auch Kruder & Dorfmeister-Loungepop, Dub und immer wieder Disco, Disco, Disco.

Dazwischen tauchen immer wieder Tracks und Details auf, bei denen man sich fragt: „Wie sind die denn hier rein gekommen?!“. „Tipsy?“ schlendert zum Beipsiel erst noch ganz lässig über die Strandpromenade, fängt an zu eiern, kippt um und richtet sich auf, als wäre nichts gewesen. Dabei wird es ständig begleitet von einem Schulmädchenchorhaften „Lalala“. Freunde von Ed Banger und DFA werden mit Munk und dem Label Gomma eine frische Quelle an Discotunes vorfinden, die sich angenehm skurril aus dem Einheitsbrei hervortut. Die zahlreichen Gastbeiträge von der Chanteuse zur Künstlerin bis zum Indiepopbandmitglied bringen zusätzlich Abwechslung ins Spiel. Wer nicht gern tanzen geht, wird mit „The Beat And The Bird“ wohl nicht sonderlich glücklich werden. Denn bei allen Merknerdigkeiten ist Munk sicher kein Projekt zum Zuhause bleiben, sondern will nach draußen getragen werden. Anspieltipp: „Keep My Secret!“

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