Mumford & Sons – Sigh No More

von Sterereo am 28. Oktober 2009

in Musik!

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Stell dir vier unmodern aussehende Männer mit Banjo, Kontrabass, Gitarre, Keyboard und einer fußbedienten Bassdrum vor. Unbegreiflich, wie diese Mischung diese verletzlichen Melodie mit einer so wehklagenden Stimme und in den Himmel wachsender Dynamik hervorbringt, die wie ein Sommergewitter aus dem Nichts heranstürmen, genauso schnell wieder abklingen und ein wärmendes Gefühl hinterlassen.

„White Blank Page“ hat jedes Mal diese Wirkung auf mich, seitdem ich einen verstohlenen YouTube-Clip gesehen habe. Auch auf dem Album „Sigh No More“ des Familienunternehmens „Mumford & Sons“ bleibt der Effekt nicht aus. Ebenso ist „Little Lion Man“ schon lange ein gefeiertes Stück Musik, das durch seinen treibenden, wie ermutigenden Rhythmus eine tolle Hymne auf das eigene Versagen ist. Wieder setzt Marcus Mumford auf seinen stampfenden Fuß, der wie ein Metronom auf die Bassdrum schlägt – so ganz natürlich und existenziell wie der eigene Herzschlag. Das Banjo sorgt für den Country-Anstrich auf der Folk-Palette. Das klare und temporeiche Fingerpicking bringt auf eine schrullige Art ein hohes Tempo in die Songs. Dank Kontrabass und Banjo, sowie Trompeten und vereinzelten Geigen klingt diese Mischung manchmal etwas kauzig. Doch das Zuhören hierbei macht unerwarteter Weise viel zu viel Spaß, dass einen die Assoziationen an einen staubigen Holzfußboden in den Südstaaten stören könnten. Doch bei einem Auftritt von Mumford & Sons herrscht häufig Stille statt Saloongetuschel. Die Chöre, die an die Fleet Foxes erinnern, sind zu zerbrechlich. Die Leidenschaft der Männer spürbar. Doch dann: Ein Donnerschlag, wenn der so gutmütige Riese Marcus Mumford hinter das Schlagzeug schlurft, was er als Toursupport für die bezaubernde Laura Marling schon so oft getan hat. Einen Moment später wachsen dem Mann Bärenkräfte, welche das Drumkit zu zerschmettern drohen. Herzblut, Dynamik bei gleichzeitiger kaum erreichter Einfühlsamkeit: Wir sprechen von der Folk-Band der Stunde.

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