Montys Loco – Farewell Mr. Happy

von Hififi am 22. Oktober 2008

in Musik!

Zuerst einmal möchte ich der geneigten Leserschaft gerne meinen neuen Lieblingssong präsentieren: „Heavy“. „Heavy“ klingt ganz stark nach Tegan & Sara, die sich mit den Einstürzenden Neubauten eingelassen haben, damit ihr Sound ein wenig mehr nach Baustelle klingt. Oder sollte ich etwa gleich schon die kleine Isländerin ins Gespräch bringen, die auf ihrem Debüt auch schon so spielend leicht großartige Popsongs aufs Grundgerüst reduziert und mit noisigen Elementen wieder aufgefüllt hat. Hier auf „Farewell Mr. Happy“ ist dieses Konzept allgegenwärtig.

Oder vielleicht kennt die geneigte Leserschaft noch dieses Industrial- und Electro-Urgetüm namens „The Land Of Rape And Honey“ von Ministry, durchtränkt von maßgebenden EBM-Keyboards? Anja Bigrell and Marie Eklund kennen es sicherlich. Zuletzt schicke ich noch PJ Harvey ins Gefecht, weitab von „White Chalk“, ihrem letzten und sehr ruhigem Album, wäre ihr wahrscheinlich noch am ehesten ein solch weiter Wurf, wie es „Farewell Mr. Happy“ geworden ist, zuzutrauen.

Diese Electro-Frickeleien sind aber auch gefährlich, will man nicht den Fehler begehen, von den Songs an sich zu sehr abzulenken, denn es fallen schließlich nicht jeden Tag die neuen Notwist vom Himmel. Wenn es dann allerdings zwischen den Stücken mal ein dreiminütiges Rumgedudel („Tant Boy“) gibt, kommen leise Zweifel, aber bereits nach kurzer Zeit besinnt sich das Duo auf die alte Stärke und das ist mit Sicherheit das Songwriting. Mit dem richtigen Song an seiner Seite verzeiht jeder doch viel schneller die ein oder andere infantile Ausgelassenheit. „Ages Ago“ ist da sicherlich ein gutes Gegenbeispiel, braucht es doch noch nicht einmal eine Gitarre um so viel mehr Punk zu sein, als so viele Bands die sich heutzutage so nennen. Fiese Keyboard-Klänge gepaart mit einem pumpenden Bass und einer Sängerin, die sich zwischen purer Aggression und wahrer Hingabe scheinbar nicht entscheiden kann, machen diesen Song zu etwas Besonderem. Und da habe ich ihn, den zweiten neuen Lieblingssong.

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