Monsters Of Spex – Jugendpark Köln, 24.8.06

von Hififi am 3. September 2006

in Feierlichkeiten

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Ein gutes Line up rechtfertigt eine lange Anreise. Art Brut und Yeah Yeah Yeahs stehen schließlich schon länger auf der Liste, der live zu sehenden Bands. Erstaunlicherweise war´s trotzdem recht leer, so dass man wenigstens ordentlich Platz hatte.

Als erste Band spielen Amusement Parks On Fire ein wenig feuriges Set und haben sich selbst vom Geheimtipp zum Flop degradiert. Musikalisch irgendwo zwischen My Bloody Valentine und Placebo zogen die Songs völlig am Publikum vorbei, ohne auch nur die geringste Wirkung zu entfalten. Die erste Enttäuschung!

Eine Enttäuschung waren Infadels nicht, schließlich wusste man schon vorher, um deren nicht vorhandene Qualitäten. Sich so stumpf alles zusammenklauen und zu einem musikalischen Einheitsbrei zu verarbeiten ist schon mutig. Radio 4 und The Rapture lassen grüßen, bloß waren diese Bands damals stilprägend. In der Zeit konnte man wenigstens etwas essen und ein paar Steine in den Rhein werfen, aber vielleicht hätte man sie lieber auf die Bühne werfen sollen. Pappnasenband.

Nach einer knappen Stunde Wartezeit wird man dann für alles entschädigt, denn Eddie Argos ist in Feierlaune. Ein wahres Gagfeuerwerk geht auf die Zuschauer nieder, wer hier nicht grinst hat keinen Humor. Es gibt das komplette Album, B-Seiten („He no longer listens to A-sides“) und eine Handvoll neuer Songs, die selbstverständlich nach Art Brut klingen. Argos gibt die Frontsau, springt ins Publikum, hält eine Rede und verabschiedet sich mit den Worten „I am Kim Wilde“. Richtig schön bekloppte der Gute, aber so wollen wir ihn. Der Abend ist gerettet.

Yeah Yeah Yeahs haben heute nicht so richtig Bock, so wird halt ein bisschen gejammt, hin und wieder ist mal ein Song zu erkennen, aber ansonsten wird das im Proberaum wohl ähnlich klingen. Karen O. kann nicht singen, oder sie will es nicht, stattdessen wird gekreischt und selbst das großartige „Maps“ wird gnadenlos verhunzt. An dieser Stelle könnte ich jetzt von ihrer lustigen Verkleidung erzählen, tu ich aber nicht. In der dritten Klasse wäre sie damit auf jeden Fall die Königin gewesen. Tja, Enttäuschung Nummer zwei, aber egal, man hatte ja Art Brut.

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1 RockinBen September 5, 2006 um 10:59 Uhr

Yeah Yeah Yeahs haben mittendrin in der Menge durchaus Spaß gemacht. Da fand ich Gesang und Gekreische sogar relativ gut! OK, Kommunikation mit dem Publikum war so gut wie gar nicht vorhanden, aber dafür wirkte das komplette Set wie eine Tanzperformance. Ist wahrscheinlich eine Frage der Wahrnehmung: Sound war wahrscheinlich auf die Menschen direkt vor der Bühne abgestimmt – der Gesang war hinten nicht mehr klar! Und in der Nähe der Bühne wirkten die Bewegungen der Band auch stimmig und die Performance gefiel – von weiter hinten fällt man auf eine lustlose Band vielleicht nicht so leicht rein. Aber so funktioniert das Geschäft: Die perfekte Illusion muss geschaffen werden. Wer einmal Zimmer frei! im Studio gesehen hat, der weiß was ich meine!

2 Hififi April 15, 2011 um 03:06 Uhr

Tja, du hast recht und mittlerweile würde ich einen Konzertbericht nicht noch einmal so schreiben. Aber man lernt dazu und an Hififi kann man schön sehen, ob ich das getan habe. Ich habe aber damals auch nicht gedacht, das außerhalb des Freundeskreises irgendwann einmal jemand diesen „Wahnsinn“ ließt, trotz alledem muss ich wohl dazu stehen, fürchte ich.

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