Mona Nylin – Presence

von Pynchon am 23. Juli 2011

in Musik!

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Als Goldkehlchen wurde Mona Nylin, gebürtige Schwedin, nun in Berlin anzutreffen, in der internationalen Presse hier und da gefeiert, gesegnet mit „a voice that can lift everything“, so das Magazin Groove. Really, everything? Tss tss, das ist aber unanständig! Aber Zweideutigkeiten beiseite, Mona Nylin hat unbestreitbar ein kräftiges Organ, wie geschaffen für folkigen Singer-Songwriter-Stuff, in dem alte Vorbilder wie Neil Young, Joan Baez oder Joni Mitchell anklingen. Notwendigerweise, denn das Rad kann ja auch nicht immer völlig neu erfunden werden.

Wenn die Akustikgitarre mal an die Seite gelegt wird, übernimmt (wie im feierlichen „Peace Of Mind“) ein Piano, aber im Zentrum von „Presence“ steht selbstredend die markige, durchaus eindrucksvolle Stimme von Goldkehlchen Nylin. Das ist einerseits ein geschickter Schachzug, da wohl kein Künstler mit seinen stärksten Talenten hinter dem Berg halten möchte, aber andererseits haben viele der Songs doch einen etwas getragenen, leicht pathetischen Ton. Von starker Präsenz zu Über-Präsenz ist es da nicht weit.

Und abgesehen von Nylins uplifting voice sind die dargebotenen Melodien alles in allem nicht sonderlich spannend, manchmal auch etwas altbacken. Und hier ist die Schwedin dann doch ziemlich weit entfernt von der Qualität der Vorbilder, die ihre Akustikgitarren ja eher bescheiden in den Dienst der Sache stellten und feierlichen Pathos zu meiden versuchten.

Im Grunde ist nichts auf „Presence“ wirklich schlecht, auch wenn der Hang zum feierlichen Duktus mitunter einen schalen Beigeschmack hervorruft. Problematisch ist für mich halt, dass es wenige Stimmungswechsel auf „Presence“ gibt. Es werden vornehmlich Verse geschmettert, Klaviertasten geklimpert und Gitarrensaiten gezupft. Hört sich viel böser an als es sollte, aber „nett“ ist und bleibt der kleine Bruder (oder die kleine Schwester) von scheiße.

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