Moke – Forum Bielefeld, 27.10.2010

von Hififi am 3. November 2010

in Feierlichkeiten

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Paul Wellers Ziehsöhne sind für einen Auftritt in der Stadt. Und obwohl es sich im Falle von Moke um fünf Musiker aus dem Fußball-Feindesland handelt, versäumen zumindest um die 80 Zuschauer nicht diesen sehr routiniert wirkenden Auftritt der Niederländer. Ein wenig mehr hätten es schon sein dürfen!

Die Bielefelder von Blindtext absolvieren zuvor ein gut halbstündiges Set an sehr gleichbleibenden Deutschrock-Gassenhauern, die viel Kettcar atmen und den Anhängern der Hamburger Schule gefallen dürfte.

Jetzt stellt sich schnell die Frage wie die Opulenz des zweiten Albums „The Long And Dangerous Sea“ auf die Bühne übertragen werden soll und vor allem, wie es sich ohne Orchester anhört. Jedenfalls lässt sich nicht der Eindruck gewinnen, den Zuschauern würde irgendetwas fehlen, in Ermangelung der üppigen Streicher-Arrangements. Zumal Eddy Steeneken am Keyboard sich alle Mühe gibt, zumindest ein Grundgerüst an künstlich wirkenden String-Synthies zu emulieren. Und auch „Black & Blue“ muss ohne Saxophonspiel von Benjamin Herman auskommen, was nun aber wirklich kein Beinbruch ist. Ansonsten weiß das halbwegs reduzierte Instrumentarium durchaus zu gefallen. Sänger und Hauptsongwriter Felix Maginn gibt sich indes die grüßte Mühe das spärlich gesäte Publikum vor die Bühne zu locken, was nicht so recht gelingen mag. Umso sympathischer, dass es der Band nichts auszumachen scheint und sie trotzdem einen ansehnliche Performance auf die Bühne bringt. In Anbetracht dessen, das Moke in ihrer Heimat bereits eine Art Star-Status kultivieren konnten, sie der „Modfather“ Paul Weller höchstpersönlich protegiert, Karl Lagerfeld sie zur bestangezogensten Band im Business ausstaffiert und sich Anton Corbijn für das Cover-Artwork auf „The Long And Dangerous Sea“ gewinnen ließ, ist so ein halbherzig besuchter Club-Gig sicherlich ein kleiner Rückschritt. Umso mehr spricht es für die Niederländer, dass sie ihr ca. 90-minütiges Set ohne mit der Wimper zu zucken absolvieren. Die Zuhörerschaft dankt es ihnen. Und so gibt es mit „Enjoy The Silence“ von Depeche Mode an vorletzter Stelle der Zugabe noch eine begeisternde Coverversion eines der besten Lieder aller Zeiten.

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