Moholy-Nagy – Like Mirage

von JonesKorn am 7. November 2011

in Musik!

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Leicht, behutsam und warm. Sanft, beruhigend und trotzdem entführend. So lassen sich die Töne und Melodien auf „Like Mirage“ beschreiben, die einem Moholy-Nagy in die Ohren legen.

Rein instrumental, geben allein die Namen der Lieder einen Hinweis, in welche Welt wir in unseren Gedanken zur Musik versinken sollen. Aber das sind nur Empfehlungen, Moholy-Nagy überlassen es dem Hörer, sich selbst den Ort zum Träumen zu erwählen. Gitarren und Synthesizer weben einen weichen Klangteppich, nur selten finden sich darin größere Wellen, die etwas Reibungsfläche bieten. Das ist vielleicht auch ein Schwachpunkt im Konzept, denn alles wirkt schon fast zu wattiert. Musikalisch gibt es leichte Zitate früheren Synthpops, so lässt mich „Brute Neighbors“ in einigen Tönen an „Lust of Berlin“ von Neu Electrikk denken, wenngleich Moholy-Nagy natürlich wesentlich glatter klingen. „Sunday Brunch“ entführt uns ins Strandhaus, das wir nie besitzen werden, und mit dem letzten Kaffee in der Hand setzen wir uns auf die sonnenüberflutete Terrasse und lauschen dem Ozean, der beruhigend und gleichzeitig unterschwellig drohend wellenbrechend heranrauscht. Zum Ende der Scheibe finden wir dann die passende Untermalung für die Bayern 3 Space Night, nicht zuletzt mit „Astronomy is a natural science“.

Alles in allem ist dieses Album keine Sensation am Musikhimmel, dafür bietet es auch zu wenig Neues oder Abwechslung. Aber es ist schön und grundsolide und ich freue mich, die Bekanntschaft gemacht zu haben. Erstaunlicherweise hat es mich hervorragend auf einigen Autobahnfahrten begleitet. Noch besser passt es für meine Begriffe aber, wenn man sich zum hinhören entspannt ins Sofa sinken und die letzten Tage einfach von sich abfallen lässt. Nach den zehn Titeln, die „Like Mirage“ umfasst, ist die Seele wohlig massiert und Kraft für neue Taten da.

Für Freunde des experimentierfreudigen (Synthie) Pop/Rock ist es sicher eine Empfehlung wert, die anderen hören vielleicht erst einmal in den für mich stärksten Titel „Brute Neighbors“ rein und entscheiden dann selbst.

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1 Pynchon November 7, 2011 um 18:56 Uhr

Ich finds schon ziemlich cool, sich nach Moholy-Nagy zu benennen – auch wenn´s musikalisch nicht vom Hocker hauen sollte!

2 JonesKorn November 7, 2011 um 19:38 Uhr

Ja, ich habe auch nach einer (eindeutigen) Verbindung gesucht, keine gefunden und es dann dabei bewenden lassen.

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