Múm – Sing Along To Songs You Don't Know

von KidA am 14. September 2009

in Musik!

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Ein Geklimper, wie wenn man einen alten Spielzeugladen betritt und das Gefühl des Unentdeckten überkommt einen wenn man die neue Platte der Isländer Múm einlegt. Wahrlich: Mit dem ersten Song wird man auf einen Dachboden entführt, auf welchem man vergessene Dinge vorsichtig von Staub befreit und sich dunkel, nostalgisch erinnert. Eine Spieluhr spielt, fast in jedem Lied, zu Hymnen: „You’ve dreamt this all before, you’ve sang the song before.“ Böswillig könnte man noch hinzufügen “You’ve heard this all before…”

Auch wenn auf die folgende Äußerung in dem sonst friedlichen Island möglicherweise die Todeststrafe steht, erinnern Teile des Albums an die Up-beat-Lieder des im letzten Jahr erschienenen „Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalust“ von Sigur Rós. Ist unter dem Elfennebel nur noch das leuchten bunter Kinderaugen zu sehen? Da es an Abwechslung der Instrumente – Ukulelen und Marimbas – und stimmlicher Varietät mit Gastauftritten vom Wellensittich von Örvars Eltern (“Hullabaliablú” nach 1:20 Minuten mal lauschen) nicht mangelt, darf man schon zugeben, dass es ein helles, buntes Leuchten ist. Der sehr glorreiche Aufbau ist besonders schön bei „Hullabaliablú“, dank eines sanft treibenden Schlagzeugs, das begleitet von Bläsern und dem gemischten Chor an Arcade Fire denken lässt – nur eben sanfter.

Wenn man von dem „The Smell Of Today Is Sweet Like Breastmilk In The Wind“ absieht, der schlicht nur nervt wie das unaufgeräumte Zimmer eines bockigen Teenagers der jetzt mal “was anderes” machen wollte, ist die Platte durchaus beflügelnd und entführt einen an isländische Geheimverstecke – auch wenn man diese irgendwoher schon zu kennen glaubt…

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