Ministry – Psalm 69 (The Way To Suceed And The Way To Suck Eggs)

von Hififi am 8. Dezember 2005

in Musik!

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Im Erscheinungsjahr gab es selbstverständlich bereits verschiedenste Sorten Metal und auch Ministry bastelten schon einige Zeit verschrobene Samples über harte Riffs, trotzdem war „Psalm 69“ ein Quantensprung für Al Jourgensen und Paul Barker. Die Beiden hatten ein Monster geschaffen, welches nun unter dem Begriff Industrial die Welt in Furcht und Schrecken versetzen sollte.

Im Alter von 13 Jahren konnte man seine Eltern am besten aus dem Raum scheuchen, indem man einfach „TV II“ etwas aufdrehte und dazu in seinen Metal-Magazinen blätterte. Zum Verständnis: „TV II“ ist die vertonte Apokalypse. Eine nach Rotorengeräuschen klingende Gitarre trifft auf Presslufthammer-Beats und eine völlig verzerrte Stimme brüllt etwas, was entfernt nach Sprache klingen könnte. Ministry sind total gaga (oder doch Dada?), was einem aber spätestens beim Überfliegen der Songtitel auffallen dürfte („Jesus Built My Hotrod“). Wo wir beim Hit der Platte wären. „Soon I discovered that this Rock-Thing was true/ Jerry Lee Lewis was the devil/…/ So there is one thing I can do/ was dinga ding dang my dangalang ling long“. Dann bricht der ganz normale Wahnsinn los und Gibby Haynes beschallt uns mit seiner Madman-Stimme. Ziemlich monoton aber absolut tanzbar. „Jesus built my car/ It´s a love affair/ Mainly Jesus in my hotrod/ Yeah, fuck it!“ Alles klar? Die Rasanz mit der „Psalm 69“ an einem vorbeifliegt, verringert sich nur bei „Scare Crow“, was leider gleich gepflegte Langeweile hervorruft, ist der Song mit 8:21 Minuten eh etwas lang geraten. Denn gerade das Tempo bringt das Album nach vorn, so ist „Hero“ mit knackigen 4:12 Minuten der Rocker der Platte, mit einem typisch bellendem Al Jourgensen am Mikro.

Die Schattenseite all dieser morbiden und selbstzerstörerischen Kreativität ist einmal mehr die Drogensucht. So war schon 1992 Jourgensens Heroinkonsum legendär und mit „Just One Fix“ auch offensiv thematisiert. Als ich das Duo 1999 einmal live bestaunen durfte, war der Al stark bocklos und eindeutig indisponiert, was wiederum auch an den zwei Flaschen Rotwein gelegen haben könnte, die er innerhalb von 45 Minuten geleert hatte. Zum krönenden Abschluss schmeisst er die eine davon (natürlich leer) nach einem Roadie. Der war dann also am schlechten Sound Schuld?! Is´ klar!

Ministry sind ein gutes Beispiel dafür, dass der Gebrauch harter Drogen nur zu kurzzeitigen Kreativitätsschüben zu führen scheint. So war der Nachfolger („Filth Pig“) noch erträglich, das lästige Spätwerk dagegen nicht.

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1 Hififi Januar 8, 2006 um 04:23 Uhr

Oh, so höret und staunet: Al Jourgensen hat verlautbaren lassen, er wäre seit einiger Zeit clean. Wohlgemerkt nach über 20 Jahren Heroinsucht!

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