Milk+ – Who Was Mr Feldman

von Hififi am 17. Juli 2009

in Musik!

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Kerl noch mal, hier bekommen wir es mit einem Monstrum von Album zu tun. Jetzt heißt es systematisch vorgehen und Ruhe bewahren. Erstmal von vorn: Milk+ kommen aus Ösiland und sind nur zu dritt, Gitarre, Bass, Schießbude. Wie David Furrer überhaupt zum Singen kommt, wenn er nebenbei diese herrlich abgehackten Gitarrenmelodien verzapfen muss, bleibt zunächst ein Rätsel.

Weiter auf der Liste: Nach einigem Denkaufwand fällt endlich der Groschen… Milk+? Trinken das nicht die vier Droogs in der Korova Milkbar in „Clockwork Orange“? Dieser Film wird unter anderem als Bandeinfluss auf der bandeigenen Myspace-Seite angeführt und so verwirrend der Film – mit so einigen unerwarteten Wendungen – so auch die Musik auf „Who Was Mr Feldman“. Dazu fällt mir allerdings nur, der in der Versenkung verschwundene 80er Jahre-Schauspieler, Corey Feldman ein, aber was der mit den zehn Songs auf diesem Zweitwerk zu tun haben soll, konnte nicht eruiert werden.

Dann zu den musikalischen Einflüssen, die reichhaltig sind, soviel sei schon mal verraten. Ganz vorne in der schon erwähnten Myspace-Liste: Radiohead. Ok, der Gesang erinnert gelegentlich an Thom Yorke, aber es fehlt gänzlich der Einsatz von Effektgeräten, die Johnny Greenwood doch so liebt. Versuchen wir es einmal ohne irgendwelche Listen und brainstormen Verwandtschaften zu Portugal. The Man, Karate und Klez.e. Was haben wir da: Gelegentlicher Falsett-Gesang und omnipräsente Brüche der Rhythmik, Laut vs. Leise und last but not least Songs mit Überlänge. Zwei Songs („Seksy Surprise“ und „409: Ichikawa Story“) über neun Minuten und zwei über zehn („Synthemese“ und Who Was Mr Feldman“). Kein Song bleibt unter der Fünf-Minuten-Marke, Radiotauglichkeit und Hitpotential gleich null, Phänomen Klez.e. Mit Karate teilen Milk+ allerdings die Liebe zu Rock- und Jazzelementen, die sie aufeinanderprallen lassen, wie es eben Karate so unnachahmlich konnten. Portugal. The Man bilden indes die größte Schnittstelle mit unseren Ösis, so fulminant, mal wild improvisierend und doch so fokussiert, besessenes Muckertum ausstrahlend. Eben so stelle ich mir Konzerte von Milk+ vor. Entfesselte Demonstrationen großartiger Musiker, die vor drei Leuten genauso Gas geben, wie vor dreihundert. Habe ich schon erwähnt, dass dieses Album großartig ist?

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