Meshell Ndegeocello – Devil's Halo

von am 14. April 2010

in Musik!

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Ganze 17 Jahre sind seit Meshell Ndegeocellos ersten Album vergangen und diese Frau lässt sich einfach in keine Schublade stecken. Von Avantgarde bis Songwriter kann man ihr alles vorwerfen und zwischen drin arbeitet die eigenwillige Künstlern mit Musikern wie David Bowie, Stevie Wonder und den Rolling Stones, oder stellte ihr Können auf Soundtracks wie „Batman und Robin“ oder „Higher Learning“ unter Beweis.

Auf ihrem 8. Album zeigt die gebürtige Berlinerin mit beinahe selbstzufriedener Gelassenheit einmal mehr, wie bittersüß das Leben sein kann. Es gibt bekanntlich keinen Frühling ohne Winter und keine Freude ohne Trauer. Das ist die Berg- und Talfahrt, die dem Leben die Würze verleiht. Also nehmen Sie bitte Platz, zurücklehnen, anschnallen, es kann los gehen! Groovige Soul-Elemente ziehen in intimer Atmosphäre wie Blütenmeere vorbei, als der rotzige Rock aus dem Fabrikgelände ein paar Meter weiter, die Träumerei beendet. Wenn man mit Jazz in die Kurve schleudert, geht es mit Funk auf der Geraden weiter. Intensive Beats und zerrende Gitarren irgendwo zwischen Portishead und Yo La Tengo deuten die Melancholie der Dämmerung an. Während man hypnotisiert auf die Straße blickt, haucht Ndegeocello mit ihrer rauchigen Stimme ihre Wahrheiten in die Freiheit des Augenblicks. Man lächelt wissend, dreht die Anlage auf und fährt mit Hoffnung im Tank und Wut im Herzen dem Sonnenuntergang entgegen. Vor zehn Jahren hätte man schlicht „Trip Hop vom Feinsten“ gerufen, doch in „Devil’s Halo“ steckt viel mehr. Meshell Ndegeocello weiß eben wo’s langgeht und bedient sich dazu mit spielerischer Leichtigkeit an ihrem riesigen Repertoire an Möglichkeiten. Zerrissen und auch irgendwie beruhigt, verweilt man gern auf der dunklen Seite und glaubt an das Gute, wenn der Teufel so geschickt ist.

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{ 4 Kommentare… read them below or add one }

1 swo April 15, 2010 um 12:25 Uhr

und nicht zu vergessen, eine der besten Bassspielerin unserer Zeit.

2 otic April 15, 2010 um 13:14 Uhr

Zumindest seit All-time-Best-Bassspielerin John Entwistle tot ist.

3 Hififi April 15, 2010 um 13:50 Uhr

Unfug, Derek Smalls ist doch schon der beste Bassspieler ever!

4 swo April 16, 2010 um 10:03 Uhr

Männer sind auch ne andere Liga. Liegt an den Händen.

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